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„Macht als Chance begreifen“ – Frauen-Wirtschaftsforum erstmals digital

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Alles ist anders in diesem Jahr. Das gilt auch für das Frauen-Wirtschaftsforum women2business, zu dem die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Düsseldorf und Kreis Mettmann zum achten Mal in die IHK-Zentrale lud. Statt voller Sitzreihen standen im Ernst-Schneider-Saal Kameras und Scheinwerfer für die virtuelle Übertragung der Vorträge und Gesprächsrunden. An der Zahl der Teilnehmerinnen änderte das veränderte Setting allerdings kaum etwas: Wieder hörten und sahen rund 100 interessierte Frauen zu.

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, betonte in seiner Begrüßung, dass die Wirtschaft es sich nicht leisten könne, auf das Potenzial von Frauen zu verzichten, besonders in Zeiten von Fachkräftemangel. „In unserer Region gibt es zum Glück ermutigende Zahlen, dennoch brauchen wir noch mehr Anstrengungen, um Frauen in Führungspositionen zu bringen.“

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TV-Studio-Atmosphäre im Ernst-Schneider-Saal: Dorothea Körfers, Gregor Berghausen und Moderatorin Dr. Marie-Christine Frank

„Corona hat über Nacht möglich gemacht, wofür wir lange gekämpft haben“

Seine Co-Gastgeberin Dorothea Körfers, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Düsseldorf und Kreis Mettmann, erkennt Chancen im pandemiebedingten Umbruch. „Corona hat über Nacht möglich gemacht, wofür wir lange gekämpft haben, etwa Home-Office und familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle.“ Die per Video zugeschaltete NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, ermutigte Frauen dazu, in den Vordergrund zu treten. „Machen Sie sich und Ihre Leistung sichtbar.“

Wie wenigen anderen in Deutschland ist das der Keynote-Speakerin des Frauen-Wirtschaftsforums gelungen, Dr. Simone Bagel-Trah. Die Vorsitzende des Aufsichtsrates und des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA ist die einzige Frau an der Spitze des Aufsichtsrates eines DAX-Unternehmens. In ihrem Vortrag erklärte die promovierte Biologin und Ururenkelin des Henkel-Gründers Fritz Henkel, dass es darauf ankomme, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen einzubeziehen. „Das macht Führung nicht immer einfacher, führt aber zu einem besseren Ergebnis.“

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Von links: Gregor Berghausen, Diane Jägers, Dr. Marie-Christine Frank, Dorothea Körfers und Simone Bagel-Trah

„Warten Sie nicht darauf, wachgeküsst zu werden“

Im anschließenden Gespräch mit Diane Jägers, Leiterin der Abteilung Gleichstellung im NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, betonten beide, dass Frauen zwar strukturell häufig noch benachteiligt seien, aber auch Chancen ergreifen müssten, wenn sie sich böten. „Warten Sie nicht darauf, wachgeküsst zu werden, sondern setzen Sie sich ihre eigenen Ziele“, sagte Jägers.

Diesen Rat haben die beiden folgenden Rednerinnen bereits beherzigt. Julia Staudt und Anna-Katharina Schak teilen sich eine Führungsposition im Management der Deutschen Bahn und erzählten darüber in ihrem Vortrag „Ein Fall für zwei: Erfolgreich führen im Job-Sharing.“ Dass es überhaupt zu der Job-Teilung kam, geht auf sie zurück. „Wir haben gesehen, dass eine Stelle für Führungskräfte ausgeschrieben ist, wollten aber beide nicht Vollzeit arbeiten, weil wir jeweils zwei Kinder im Schulalter haben. Also haben wir beschlossen, uns als Duo zu bewerben“, sagte Julia Staudt. „Seien Sie also mutig und warten Sie nicht darauf, dass Ihnen jemand eine gute Stelle auf dem Silbertablett serviert“, erklärte Anna-Katharina Schak. Heute arbeiten beide 75 Prozent und sind hochzufrieden. „Wir sind durch das Sharing nicht nur sehr effizient, wir haben auch viel Spaß.“

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Top im Job-Sharing: Die DB-Managerinnen Julia Staudt und Anne-Katharina Schak

„Legen Sie Ihre Skepsis gegenüber der Macht ab“

Zum Abschluss des virtuellen Forums, durch das Moderatorin Dr. Marie Christine Frank führte, sprach Prof. Dr. Heidi Möller, Professorin für Theorie und Methodik der Beratung an der Universität Kassel, zum Thema „Frau.Macht.Karriere in KMU – Erfolgsfaktoren und Stolpersteine“. Ihre These: „Die meisten Frauen haben beim Thema Macht einen blinden Fleck.“ So erklärten Frauen Erfolge oft mit äußeren Umständen oder Glück, während Männer voller Selbstbewusstsein sagten, dass sie eben gut seien. „Ein anderes Beispiel sind Stellenausschreibungen: Wenn Frauen eine von 20 Anforderungen nicht erfüllen, bewerben sie sich nicht. Männer bewerben sich, wenn sie nur die Hälfte erfüllen.“ Heidi Möller ermutigte Frauen, Konkurrenz nicht mit Rivalität gleichzusetzen und Macht als Chance zu begreifen, nicht als Bedrohung der eigenen Beliebtheit. „Legen Sie die Skepsis gegenüber der Macht ab.“

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„Die meisten Frauen haben beim Thema Macht einen blinden Fleck“,  Prof. Dr. Heidi Möller (im Vordergrund)

Text: Gesa van der Meyden

Bilder: Melanie Zanin

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Düsseldorf und Kreis Mettmann

Anschrift: Konrad-Adenauer-Platz 9, 40210 Düsseldorf

Träger:
Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH

Ansprechperson:
Frau Dorothea Körfers

Tel.: 0211/17302-25
Fax: 0211/17302-104

e-Mail:
d.koerfers-competentia@zwd.de
http://www.competentia.nrw.de

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