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Nachlese: Handwerkerin aus Leidenschaft - Wie Unternehmen von diesem Potenzial profitieren

Diskussion

Frauen-Berufstätigkeit im Handwerk und Potenziale für Unternehmen diskutierten auf Initiative des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Emscher-Lippe-Region am 02.02.2017 Vertreter/innen von Fachverbänden, Kreishandwerkerschaften, der Handwerkskammer und aus Handwerksbetrieben. Fragen nach der Chancengleichheit von Frauen und Männern, nach dem Status Quo, nach Veränderungen und Herausforderungen im Handwerk standen in der Handwerkskammer Münster in Gelsenkirchen-Buer auf der Agenda.

Foto: Claudia von Diepenbroick-GrüterIn ihrer Begrüßung legte Claudia von Diepenbroick-Grüter von der Handwerkskammer Münster dar, dass in der Emscher-Lippe-Region etwa 20% der Frauen eine Ausbildung im Handwerk absolvieren. Aber nur wenige arbeiten als Gesellin und nur 2 % als Meisterin in einem Handwerksberuf, obwohl Frauen die besseren Abschlüsse erzielen. An der Verbesserung diese Quote arbeitet die Handwerkskammer Münster seit vielen Jahren mit starken Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern zusammen.

Foto: Petra KerstingPetra Kersting vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf stellte in ihrer Begrüßung heraus, dass dieses Ungleichgewicht des Angebots und der Nachfrage zwischen Betrieben, die Fachkräfte suchen und Frauen, die ein aversives Verhalten gegenüber bestimmten Berufen im Handwerk haben, aufgebrochen werden müsse. Gerade die Emscher-Lippe-Region hat wegen ihrer montanindustriellen Vergangenheit ein arbeitsmarktpolitisches Potenzial. Deshalb gilt es, die niedrige Beschäftigungsquote der Frauen allgemein und insbesondere im Handwerk in den Blick zu nehmen.

Dr. Katarzyna Haverkamp: Frauen im Handwerk: Status quo, Herausforderungen und Handlungsansätze

Foto: von links nach rechts: Bettina Vaupel, Kompetenzzentrum Frau und Beruf Emscher-Lippe-Region<br />Dr. Katarzyna Haverkamp

von links nach rechts: Bettina Vaupel, Kompetenzzentrum Frau und Beruf Emscher-Lippe-Region
Dr. Katarzyna Haverkamp

Die Göttinger Forscherin Dr. Katarzyna Haverkamp vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk die Thematik stellte die Ergebnisse ihrer Studie „Frauen im Handwerk. Status Quo und Herausforderungen“ vor.

Sie hob hervor, dass Frauen im Handwerk durchaus keine Seltenheit sind, aber im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sind sie unterrepräsentiert. Die stille Reserve muss für den Fachkräftemangel erschlossen werden. Der Frauenanteil im Ausbildungssystem liegt derzeit bei 24%, im Beschäftigungssystem bei 32%. Die Gründe sind im Berufswahlverhalten zu finden, denn Frauen äußern deutlich seltener ein Interesse an der dualen Ausbildung und interessieren sich seltener für gewerblich-technische Berufe als junge Männer.

Deshalb empfiehlt Dr. Haverkamp mit den folgenden drei Stellschrauben zu steuern: Berufsorientierung, Willkommenskultur in den Betrieben und Qualitätssicherung in der Ausbildung inkl. Unterstützung nach der Ausbildung.

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Martin Dymarz: Zukunfts-Initiative Handwerk NRW Demografischer Wandel & Energieeffizienz

Foto: Martin DymarzDie Unterstützung von Unternehmen beleuchtete Martin Dymarz von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH). Dymarz stellte das Projekt Zukunfts-Initiative Handwerk NRW Demografischer Wandel & Energieeffizienz vor. Die LGH berät Unternehmen bereits dahingehend, ihre Ressourcen für den demografischen Wandel zu erkennen, zu nutzen und nachhaltig zu sichern.

Im Querschnittsziel Family und Gender-Mainstreaming wird das Ziel verfolgt, Handwerk für Frauen und Mädchen mithilfe von Sensibilisierungs- und Beratungsaktivitäten aufzuschließen.

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Beate Molsich: Handwerkerin aus Leidenschaft: Wie Unternehmen von diesem Potenzial profitieren

Foto: Beate MolsichIn Workshops untersuchte das Kompetenzzentrum Frau und Beruf die Gründe für eine Erwerbstätigkeit von Frauen im Handwerk und fragte nach den Erfahrungen der Handwerkerinnen im Arbeitsleben. Zentrale Erkenntnisse der Workshops waren, dass die befragten Frauen engagiert im Handwerk arbeiten und möglichen Schwierigkeiten mit großer Ausdauer begegnen, sich aber auch manchmal gerne Unterstützung von Vorgesetzten oder übergeordneten Institutionen wünschen würden.

Ebenso wurden Personaler/innen zu ihren Erfahrungen mit Frauen im Betrieb und ihren Wünschen nach Unterstützung von übergeordneten Ebenen befragt. Übereinstimmend konnte von den durchweg guten Erfahrungen mit engagierten Handwerkerinnen berichtet werden. Die Unterstützung von den Kammern und Handwerkerschaften sei bereits gegeben, könnte aber intensiviert werden.

Da Frauen trotz der durchweg guten Erfahrungen in vielen Sparten des Handwerks noch eine Seltenheit sind, hat das Kompetenzzentrum Frau und Beruf den Arbeitskreis Hand.Werk.Frau initiiert. Multiplikator/innen aus der Handwerkskammer Münster, den Kreishandwerkerschaften, der Regionalagentur Emscher-Lippe Herten, der Vestischen Innung des Kfz-Gewerbes Marl, der Agentur für Arbeit Recklinghausen und dem Jobcenter Gelsenkirchen sind Mitglieder. Der Arbeitskreis verfolgt das Ziel, eine Maßnahme zu entwickeln und zu initiieren, um Frauen für das Handwerk aufzuschließen.

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Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Emscher-Lippe-Region

Erinstraße 6
44575 Castrop-Rauxel

Träger:
Stadt Castrop-Rauxel

Ansprechperson:
Beate Molsich

Tel.: 02305/9215027
Fax: 02305/9215049

e-Mail:
competentia@zfbt.de
http://www.zfbt.de

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