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09.07.2018 - 3. Auszeichnung Hand.Werk.Frau.Zukunft mit Fachfrauen

Fünf Kfz-Handwerksbetriebe sichern ihre Zukunft mit Fachfrauen. Die nordrhein-westfälische Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach und der Präsident der Handwerkskammer Münster Hans Hund zeichneten sie im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung aus.

NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach und der Präsident der Handwerkskammer Münster Hans Hund ehrten am 09.07.2018 die folgenden fünf Kfz-Betriebe aus der Emscher-Lippe-Region: Autohaus REHAG GmbH Recklinghausen, Autohaus Heddier GmbH Haltern am See, Glückauf GmbH & Co.KG Gelsenkirchen, Kfz-Kitschke Recklinghausen, Köpper Automobilgruppe GmbH Dorsten. Sie beschäftigen und bilden Frauen in bisher immer noch von Männern dominierten Berufen der Kfz-Mechatronikerin und Automobilkauffrau aus und bieten gute Arbeitsbedingungen für weibliche Fachkräfte.

Foto: 3. Auszeichnung Hand.Werk.Frau.Zukunft mit Fachfrauen

von links nach rechts, von vorne nach hinten:
Petra Kersting, Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe
Beate Molsich, Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe
Jana Pajor, Köpper Automobilgruppe GmbH Dorsten
Ina Scharrenbach, Ministerin Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG)
Mandy Raßmann, Glückauf GmbH & Co.KG Gelsenkirchen
Martina Schmidt, Autohaus REHAG GmbH Recklinghausen
Heidrun Müller, Autohaus REHAG GmbH Recklinghausen
Katharina Heddier, Autohaus Heddier GmbH Haltern am See
Jamie Marie Böhm, Kfz-Kitschke Recklinghausen
Claudia von Diepenbroick-Grüter, Handwerkskammer Münster
Anton Vocks, Köpper Automobilgruppe GmbH Dorsten
Heinrich Kinzler, Kreishandwerkerschaft Recklinghausen
Petra Giesler, Regionalagentur Emscher-Lippe
Ariane Hohengarten, Arbeitsagentur Recklinghausen
Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster
Mathias Müller, Autohaus REHAG GmbH Recklinghausen
Holger Schmidt, REHAG GmbH Recklinghausen
Josef Heddier, Autohaus Heddier GmbH Haltern am See
Helge Kitschke, Kfz-Kitschke Recklinghausen
(Foto: Angelika Thiele, Herne)

Die fünf Kfz-Betriebe zeichnen sich alle durch eine wertschätzende Unternehmenskultur aus. Autohaus REHAG GmbH, Autohaus Heddier GmbH, Glückauf GmbH & Co.KG, Köpper Automobilgruppe GmbH beschäftigen bereits viele Frauen im für Frauen eher untypischen Beruf des Automobilverkaufs. Beschäftigungen im Werkstattbereich werden gezielt ausgebaut. Zudem wird die Beschäftigung im Bereich der Serviceberatung, die eine Ausbildung im kaufmännischen oder im gewerblichen Bereich voraussetzt, von allen Betrieben insbesondere für Frauen gefördert. Alle Betriebe ermöglichen diverse Arbeitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, um v.a. qualifizierte Frauen langfristig an den Betrieb zu binden. Dazu werden individuelle Vereinbarungen mit den Beschäftigten vor der Familienphase vereinbart.

Neben den üblichen Werbewegen für eine Ausbildung und Anstellung bietet Mathias Müller von der REHAG GmbH (Renault, Dacia, Skoda) in Recklinghausen mit seinen 52 Beschäftigten nicht nur den Girls` Day für interessierte Schülerinnen, sondern auch den Ladies` Day an. An diesem Tag können Frauen z.B. Zündkerzen an ihrem Auto wechseln. Durch den Erstkontakt über weitergehende Praktika wurden bereits einige Ausbildungsverträge geschlossen. Anhand von verschiedenen Goodies wie Weiterbildungen oder flexiblen Arbeitszeitregelungen in der Familienphase sollen Frauen und auch Männer an den Betrieb gebunden werden.

Auch Josef Heddier von Autohaus Heddier GmbH (Dacia, Nissan, Renault) in Recklinghausen will seine Frauen im Betrieb mit Weiterbildungen und Aufstiegschancen halten. Frauen werden bevorzugt als Servicemitarbeiterin fortgebildet, denn die Kunden nehmen die Beratung von Frauen gerne an. Seine berufstätigen Mütter haben Arbeitszeitkonten, die ihnen helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Auch helfen sich die Mütter untereinander aus, wie in einer großen Familie mit 65 Beschäftigten.

Anton Vocks von der Automobilgruppe Köpper GmbH (VW, Audi, Mercedes) ist mit seinen 237 Beschäftigten und 72 Frauen der größte ausgezeichnete Kfz-Betrieb. Die noch eher männerdominierten Berufe im Automobilverkauf und der Service- und Kundenberatung haben für Frauen bei der Köpper GmbH schon eine lange Tradition. Im Werkstattbereich eröffnen sich ihnen jetzt auch Chancen. Wegen des zunehmenden Fachkräftemangels wurde im letzten Ausbildungsjahr die erste Frau als Auszubildende zur Kfz-Mechatronikerin eingestellt.
Die Glückauf GmbH (Honda, Toyota, SsangYong) von Dietlinde Stüben-Endres in Gelsenkirchen hat bereits ein Jahr nach der Gründung im Jahr 1984 Frauen im Werkstattbereich beschäftigt. Für sie ist es selbstverständlich, dass Frauen im Betrieb arbeiten und auch dasselbe verdienen wie die männlichen Kollegen. Deshalb hat sie Mandy Raßmann kurz nach Beendigung ihrer Ausbildung die Leitung einer Filiale anvertraut. Nach einer Familienphase kommen die Frauen gerne in den Betrieb zurück. Stüben-Endres kommt ihnen mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen entgegen. Damit die Arbeitszeit- und Familienzeit harmonisieren können, kann in Ausnahmefällen das Kind zur Arbeit mitgebracht werden. Im Bedarfsfall greift Stüben-Endres bei der Organisation der Kinderbetreuung unter die Arme. Neben der Führung ihres Autohauses managt Stüben-Endres als Innungsobermeisterin die Vestische Kfz-Innung Gelsenkirchen und Recklinghausen. Dort bringt sie ihr frauenpolitisches Engagement ein und hat maßgeblich beeinflusst, dass die neue Geschäftsführerin der Innung zum wiederholten Mal eine Frau ist.

Der Inhaber des jüngsten und mit 3 Beschäftigten des kleinsten Betriebes, 2014 gegründet, Helge Kitschke von Kfz-Kitschke in Recklinghausen setzt von Anfang an auf Frauen. Die Auszubildende Jamie Marie Böhm wurde wegen ihrer guten Noten und ihres technischen Know-Hows eingestellt. Im neuen Ausbildungsjahr wird Kitschke wegen seiner guten Erfahrungen mit Böhm wieder eine Frau als Auszubildende in der Werkstatt einstellen.
Die Auszeichnung Hand.Werk.Frau Zukunft mit Fachfrauen wird vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe verliehen. Die frauenfreundlichen Betriebe erfüllen verschiedene Kriterien in den Bereichen Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, Unternehmenskultur sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, um als frauenfreundlich ausgezeichnet zu werden. In Zusammenarbeit mit den Kreishandwerkerschaften Recklinghausen, Emscher-Lippe-West sowie Herne und Castrop-Rauxel, der Handwerkskammer Münster, Tischler NRW und der Vestischen Innung des Kfz-Gewerbes Recklinghausen und Gelsenkirchen werden die Betriebe juriert.

Für die Auszeichnung können sich weitere frauenfreundliche Betriebe laufend beim Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe bewerben oder sie können vorgeschlagen werden. Nehmen Sie Kontakt auf: Beate Molsich, 02305 92 150 27, competentia.molsich@zfbt.de

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Emscher-Lippe-Region

Erinstraße 6
44575 Castrop-Rauxel

Träger:
Stadt Castrop-Rauxel

Ansprechperson:
Beate Molsich

Tel.: 02305/9215027
Fax: 02305/9215049

e-Mail:
competentia@zfbt.de
http://www.zfbt.de

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