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Rekrutierung

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Foto: Adobe Stock/nd3000

Betriebliche Rekrutierungsstrategien zur Gewinnung von Frauen

Es erwarten Sie:

  • branchenbezogene Workshops zur Rekrutierung von weiblichen Fachkräften mit Good-Practice-Beispielen aus der Unternehmenswelt

  • Unterstützung bei der Gestaltung von öffentlichkeitswirksamen Materialien zur Gewinnung von Frauen (Stellenausschreibungen, Websites, Faltblätter…)

  • auf Wunsch persönliche Gespräche mit Hinweisen zu Umsetzungs- und Fördermöglichkeiten

Good Practice: 4 Fragen zur Rekrutierung während der Pandemie an:

Pam Killian, Verantwortliche für Digitales Marketing und Anna-Marie Alexas, Verantwortliche für Personalmarketing bei Netempire Software GmbH in Rösrath-Hoffnungsthal.

Killian, Alexas_klein

Netempire benötigte dringend neue Mitarbeitende im April 2020. Wie haben Sie den Bewerbungsprozess während des Lock Downs gestaltet?
Für uns ist es besonders wichtig, den Menschen kennenzulernen. Wir legen Wert darauf, dass es auf beiden Seiten passt und wir als Team gut funktionieren. Deshalb sind uns klassische Bewerbungsunterlagen mit Zahlen, Daten & Fakten nicht so wichtig. Wir legen mehr Wert auf persönliche Interessen, um den Menschen hinter der Bewerbung kennenzulernen. Während des Lock Downs mussten wir vermehrt auf Telefongespräche zurückgreifen.

Bei einem konkreten Fall haben Sie dem Bewerber sogar eine Webcam geschenkt. Wie kam es dazu?
Uns erreichte eine interessante Bewerbung, woraufhin wir ein Erstinterview per Telefon mit dem Bewerber führten. Nach einem sehr netten Gespräch, fragten wir ihn, ob wir uns im zweiten Schritt der Bewerbung per Videocall mit ihm verbinden können. Er war gerne bereit dazu, nur leider verfügte er nicht über die technische Ausstattung. Wir haben den Bewerber mit einer neuen Webcam überrascht, die er per Post zugeschickt bekam. Uns ist es wichtig, sich bei einem Gespräch auch in die Augen schauen zu können. Das ist verbindender und man lernt sich noch aus einem anderem „Blickwinkel“ kennen.

Wie ist es ausgegangen? Arbeitet der Bewerber mittlerweile für Netempire?
Die Position hat ein anderer Bewerber bekommen. Wir befinden uns jedoch im Austausch mit ihm, weil wir uns gut verstanden haben und der Meinung sind, dass er sehr gut in das Team passt. Wir bleiben sehr gerne in Kontakt, wenn wir gegenseitig den Eindruck haben, hier könnte es miteinander stimmen.

Welche Empfehlungen für andere Unternehmen können Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen mit digitalen Bewerbungsgesprächen an andere kleine und mittlere Unternehmen weitergeben?
Gerade in der aktuellen Pandemiesituation ist natürlich die digitale Kommunikation der bessere, in Zeiten des Lock-Downs sogar der einzige Weg. Wir kennen das alle: Die Bewerbungsgesprächssituation ist grundsätzlich so, dass die Bewerber nervös sind, das gilt auch für das Gespräch auf digitalem Wege.
Alles, was hilft, eine entspannte Gesprächsatmosphäre zu schaffen, ist wichtig. Eine besondere Herausforderung ist daher der technische Rahmen. Klären Sie im Vorfeld, was bekannt und vorhanden ist, beispielsweise ob die Bewerberin oder der Bewerber für die Videokonferenz, ein Smartphone oder Laptop mit Webcam nutzt, überhaupt über eine Webcam, eine gute Internetverbindung verfügt, fragen Sie nach den Erfahrungen mit Videokonferenzen, und beruhigen Sie den/die Bewerber, wenn Sie merken, dass Unsicherheit aufkommt. Was hier helfen kann, ist z.B. ein Angebot einen kurzen Testlauf am Tag zuvor zu machen.

Good Practice: Drei Fragen an:

Klaus Vogt, Inhaber von Papyrus, Papier und Präsente in Köln

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Foto: Competentia Region Köln/S. Hoffmann

Wie sind Sie darauf gekommen, bei Competentia Region Köln in der Corona-Krise nachzufragen?
Vogt: Als ich mein Geschäft schließen musste, war mir klar, dass schwierige Zeiten bevor stehen. Da ich eine Mitarbeiterin des Kompetenzzentrums kenne, dachte ich mir, die werden sicher wissen, wer mir jetzt helfen kann.
 
Konnte das Kompetenzzentrum Ihnen denn helfen?
Vogt: Ja, ich bekam sofort den Link zur Seite des NRW-Wirtschaftsministeriums zugeschickt, auf der man die Anträge auf finanzielle Hilfe finden kann. Außerdem noch weitere nützliche Links zu Seiten der IHK und der Arbeitsagentur. Das ist schon praktisch, wenn man nicht alles allein durchsuchen muss.
 
Gab es denn noch weitere Hinweise, die für Sie nützlich sind?
Vogt: Durch Competentia Region Köln bin ich auch auf die Plattform „Veedelsretter.de“ aufmerksam gemacht worden, die von einer Digitalagentur mit Unterstützung der KölnBusiness GmbH aufgebaut wurde. Hier können kleine inhabergeführte Unternehmen ihre Angebote eintragen und dafür Gutscheine anbieten, die später eingelöst werden können, um die Zeit, während der die Geschäfte geschlossen sind zu überbrücken. Das ist auf jeden Fall eine gute Sache und gibt Hoffnung in solchen Zeiten.


Good Practice: Drei Fragen an:

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Berin Güntürk-Rabe, Geschäftsführerin des Pflegedienstes EVIM
in Köln

Bei welchen Aspekten der Rekrutierung konnte die Beratung durch Competentia Region Köln Sie unterstützen?
Güntürk-Rabe: Wir haben beispielsweise interessante Hinweise zur Gestaltung unserer Website erhalten, so zum Beispiel zur Gestaltung mit Fotos, aber auch zu Inhalten, Überschriften und Formulierungen. Es wurde durch die Beratung deutlich, dass wir in unseren Aussagen werbender werden müssen, um Menschen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Welche Themen im Bereich der Rekrutierung wollen Sie in Zukunft angehen?
Güntürk-Rabe: Der Hinweis von Competentia Region Köln, das das Ausbilden von Pflegekräften eine sehr gute Möglichkeit ist, den Fachkräftemangel zu dämpfen, ist auf jeden Fall eine Überlegung wert, muss aber natürlich langfristig angegangen werden. Kurzfristig können wir uns gut vorstellen, unsere Website besonders im Bereich der Karriereseite umzugestalten.

Planen Sie auch für die Rekrutierung eventuell in den sozialen Netzwerken aktiv zu werden?
Güntürk-Rabe: Grundsätzlich können wir uns das vorstellen. Facebook sehen wir durchaus im Bereich des Möglichen. Aber auch das frisst Kapazitäten, deshalb müssen wir strategisch überlegen, wie wir das umsetzen können in unserem Alltag. Vielleicht geht das auch nur mit der Unterstützung einer externen Dienstleisterin. Bisher arbeiten wir vor allen Dingen mit Kleinanzeigen auf Internetplattformen mit mäßigem Erfolg.

Good Practice: Drei Fragen an:

Jutta Krämer (3.v.r.), Inhaberin des Pflegedienstes JUNG & ALT in Köln

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Foto: Sonja Hoffmann

Was war Ihre wichtigste Maßnahme, um Personal zu gewinnen?

Krämer: Das war keine Maßnahme, sondern ein Perspektivwechsel. Wir mussten uns klarmachen, dass wir uns als Unternehmen bei potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewerben müssen. Der Fachkräftemangel ist so groß, dass wir uns bemühen müssen. Früher war das umgekehrt. Außerdem legen die Leute heute wesentlich mehr Wert auf die sogenannte Work-Life-Balance. Das gilt es zu berücksichtigen.

Als der Perspektivwechsel dann vollzogen war, was haben Sie unternommen.

Krämer: Ich habe mich beraten lassen, unter anderem von Competentia Region Köln. Das hat zu einer neuen Website mit Karriereseite geführt und zu einer Außenbeschriftung unseres Ladenlokals, die eine Frau als Mitarbeiterin in den Mittelpunkt stellt. Wir bieten Frauen zahlreiche Möglichkeiten, bei uns zu arbeiten, in dem wir sehr flexibel bei den Arbeitszeiten sind. So können Wiedereinsteigerinnen auch erst einmal nur am Wochenende arbeiten.

Gibt es darüber hinaus noch Empfehlungen von Ihrer Seite?

Krämer: Eine ganz wesentliche Entscheidung, war die, selbst auszubilden. Durch den Kontakt zu den Pflegefachschulen und mein Angebot, Schülerinnen und Schülern das externe Praktikum anzubieten, verbreitet sich unser guter Ruf und Pflegekräfte melden sich bei mir.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln

Hohe Str. 160 - 168
50667 Köln

Träger:
Stadt Köln

Ansprechperson:
Agnes Wojtacki

Tel.: 0221/ 35 50 65- 40

e-Mail:
competentia@stadt-koeln.de

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