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13.05.2020 - Good Practice: Teambildung und Familienfreundlichkeit sind wichtige Faktoren

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Uwe Söhnchen ist Gründer und Inhaber der Alternativen Hauskrankenpflege Uwe Söhnchen GmbH in Gummersbach. Mittlerweile hat er in seinem Unternehmen 75 Mitarbeitende, vorwiegend Frauen. Sie arbeiten in den Bereichen der Pflege, Hauswirtschaft, Betreuung und der Verwaltung. Er ist der festen Überzeugung, dass man sich permanent die Frage stellen muss, was man verändern kann, um die Arbeitsplätze in der ambulanten Pflege und der Tagespflege mit den verschiedenen Berufen attraktiv zu gestalten. Competentia Region Köln hat drei Fragen dazu an ihn gestellt.

Frage: Was tun sie, um die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden zu fördern?
Söhnchen: Wir investieren sehr viel in Teambildung, weil ich davon überzeugt bin, dass wir nur im Miteinander eine für alle Beteiligten gute Versorgung leisten können. Dies ist das zentrales Element bei der Bewältigung unserer nicht immer leichten Arbeit. So beschäftigen wir uns einmal im Monat entweder mit fachlichen Themen, die uns fortbilden und weiterbringen, aber auch Themen wie zum Beispiel „Gewaltfreie Kommunikation“, die unser Miteinander weiterentwickeln. Ein weiteres zentrales Instrument sind unsere regelmäßigen Mitarbeiterzielgespräche, in denen wir systematisch die Stärken der Mitarbeitenden herausarbeiten, um sie dann entsprechend im Unternehmen fördern zu können.

Frage: Bedeutet das, dass Sie konkrete Weiterbildungsmaßnahmen fördern?
Söhnchen: Ja, wir tun da sehr viel. So unterstützen wir zum Beispiel Mitarbeiterinnen, die als Pflegefachkräfte zu uns kommen und sich zur Pflegedienstleitung weiterbilden lassen wollen, um eine Aufstiegs-
perspektive zu haben. Oder wir kreieren neue Stellen, wie jetzt für unsere neue Tagespflege. Hier kombinieren wir eine halbe Stelle als Leitung mit einer halben Stelle als Fachkraft. Das kam bei den Bewerberinnen gut an, weil sie dadurch einerseits in der Praxis bleiben, andererseits aber auch interessante Themen wie Personal-
gewinnung, Betriebswirtschaft und ähnliches zum Tätigkeitsbereich gehören. Das wird auch als Weiterentwicklungsmöglichkeit betrachtet.

Frage: Kann man auch in der Pflege noch mehr für familienfreundliche Arbeitsbedingungen tun?
Söhnchen: Wir stellen uns immer wieder die Frage, wie können wir die ambulante Pflege gestalten, dass sie familienfreundlicher wird? Als Beispiel sind wir gerade dabei eine Idee für Wiedereinsteiger*innen zu entwickeln. Das ist die Einführung von reinen Wochenenddiensten. Wenn die Kinder gut versorgt sind und „Frau“ in Ruhe ihren Beruf weiter ausüben kann.
Dabei muss allerdings sicher gestellt werden, dass diese Fachkräfte ins Team eingebunden sind. Hier bietet die Digitalisierung einige Chancen. Durch den Einsatz von Smartphones zur Tourenplanung stehen allen Mitarbeitenden ganz aktuell alle auf die Versorgungs-
situation abgestimmte Informationen zur Verfügung. Zudem bieten Telefon- oder Videokonferenzen einen zusätzlichen aktiven Austausch mit den anderen Mitgliedern des Teams.
Teil unserer gelebten Firmenkultur ist die konkrete Möglichkeit dass man bei uns die Kinder bei Besprechungen mitbringen kann oder auch mal für ein paar Stunden im Büro „parken“ kann, wenn die Schule ausfällt. Dafür haben wir auch Räumlichkeiten, in den sie sich zurückziehen können. Ich finde, es gibt in der ambulanten Versorgung von pflegebedürftigen Menschen immer wieder (neue) Wege, miteinander mit Engagement gute und familienfreundliche Arbeit leisten zu können.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln

Hohe Str. 160 - 168
50667 Köln

Träger:
Stadt Köln

Ansprechperson:
Agnes Wojtacki

Tel.: 0221/ 35 50 65- 40

e-Mail:
competentia@stadt-koeln.de

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