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08.09.2020 - Mentoring ist erfolgreiches Instrument zur Förderung von Frauen

Drei Fragen an Viola Kelb*, die als externe Koordinatorin Mentegra begleitet.

Mentegra ist das Mentoring-Programm zur beruflichen Integration qualifizierter geflüchteter Frauen, das in den nächsten Wochen startet.

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Warum sind Mentoring-Programme sinnvoll und effektiv?

Mentoring-Programme sind vor allem im Bereich der Karriereförderung von Frauen in der Industrie und Wissenschaft ein erfolgreich eingesetztes Instrument. Denn leider gilt in sehr vielen Branchen immer noch: Je höher die Karrierestufe, desto geringer der Frauenanteil. Dadurch fehlt es den Frauen in ihrem beruflichen Umfeld an Vorbildern. Mentor*innen übernehmen diese Funktion, sie sind wichtige „Role-Models“ für Frauen, die ihnen zeigen, dass Frauen es in Führungspositionen schaffen können. Mentoring macht informelles Wissen zugänglich, das weder in einer Ausbildung erlernt noch im Internet gefunden werden kann: Netzwerke, Kontakte, Tipps, Tricks und Fettnäpfchen. Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt im Mentoring und erhöht die Chancen derjenigen, die aufgrund struktureller Hürden erschwerten Zugang zu diesem Wissen haben, das für die Karriere extrem relevant ist.

Was ist das Besondere an Mentegra?

Bei Mentegra handelt es sich um ein so genanntes „betriebliches Mentoring“, weil die Rolle der Mentorinnen und Mentoren von Vertreterinnen und Vertretern mittelständischer Unternehmen übernommen wird. Damit unterscheidet sich Mentegra von vielen gängigen Mentoring-Programmen, in denen “Vorbilder“ mit ähnlichen biographischen und beruflichen Hintergründen diese Funktion übernehmen: So begleitet etwa eine bereits promovierte Person eine Doktorandin oder eine Führungskraft eine Berufsanfängerin. Bei Mentegra werden die Mentoring-Beziehungen hingegen durch unterschiedliche biographische Hintergründe geprägt sein. Die berufliche Sozialisation der teilnehmenden Frauen hat nicht in Deutschland stattgefunden. Die Idee ist, dass sie vom Erfahrungswissen ihrer Mentorinnen und Mentoren aus den Unternehmen profitieren und auf dieser Grundlage Wege in ihre berufliche Zukunft in Deutschland besser finden können.

Was reizt Sie persönlich daran, ein solches Programm zu koordinieren?

Das Potenzial von Mentoring-Programmen erlebe ich täglich im Rahmen meiner Arbeit an der Universität zu Köln. Ich bin mir sicher, dass beide Seiten sehr vom Programm profitieren werden: Die Mentorinnen und Mentoren aus den mittelständischen Unternehmen kommen mit einer qualifizierten und zukunftsträchtigen Zielgruppe in Kontakt. Die geflüchteten Frauen bekommen die Gelegenheit, ihre Qualifizierung vor Ort einzubringen und Kontakte zu knüpfen. Übrigens nicht nur Business-Kontakte, sondern vor allem auch als Peer-Group untereinander. Sie werden sich austauschen und gegenseitig unterstützen können, und Mentegra bieten den Rahmen dafür.

 * Viola Kelb ist Diplom-Pädagogin, Systemische Beraterin und Prozessbegleiterin. Ihre Themenschwerpunkte als Beraterin sind Kulturelle Bildung, Gender und Diversität. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln koordiniert sie Förder- und Mentoringprogramme für Frauen.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln

Hohe Str. 160 - 168
50667 Köln

Träger:
Stadt Köln

Ansprechperson:
Agnes Wojtacki

Tel.: 0221/ 35 50 65- 40

e-Mail:
competentia@stadt-koeln.de

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