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12.06.2019 - Good Practice: Ohne flexible Arbeitszeiten geht gar nichts mehr

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Sebastian Berges, Inhaber zweier Apotheken in Köln und Hürth, beschäftigt in seinen Apotheken insgesamt 24 Frauen und zwei Männer, dabei ist eine Auszubildende. Das ist ein sehr typisches Verhältnis, wie er erklärt: „80 Prozent der Beschäftigten im Apothekenbereich sind Frauen, nur die Inhaber sind immer noch meist männlich, doch die Frauen holen auf“. Der 55-Jährige betreibt seit 1996 die Apotheke am Questerhof in Köln-Sülz und seit 2016 die Stern-Apotheke in Hürth. Für ihn steht schon seit längerem fest: Ohne flexible Arbeitszeiten geht gar nichts mehr.“

Verschiedene Arbeitszeitmodelle

Aufgrund der langen Öffnungszeiten, die für die Kundinnen und Kunden notwendig sind (die Sülzer Apotheke ist zum Beispiel 60 Stunden geöffnet) hat er schon früh viele verschiedene Arbeitszeitmodelle überlegt: „Ich habe Mitarbeiterinnen, die nie am Wochenende arbeiten und nachmittags früher gehen, weil sie sich um ihre Familie kümmern wollen. Nur sechs Mitarbeiterinnen arbeiten in Vollzeit. Ich habe einen Mitarbeiter, der arbeitet nur Samstags, wenn viele gar nicht arbeiten wollen.“

Früher sei das anders gewesen, berichtet der Apotheker, der viele Randstunden an den Tagen durch seine Gegenwart abdeckt. „Da gab es Urlaubssperre im Winter. Das kann man heute nicht mehr machen, wenn man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten wollen – da muss man flexibel auf Urlaubswünsche eingehen.“ In seinen Apotheken gibt es die Möglichkeit 36 Stunden zu arbeiten, oder nur 30 Stunden, einige arbeiten 25 Stunden oder 17 Stunden. Um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden, bietet Sebastian Berges seinem Personal regelmäßig lange Wochenenden oder Brückentage an, genauso wie freie Vormittage und abwechselnd einen freien Heiligabend oder Silvester.

Führung in Teilzeit und Aufstiegsperspektiven

Weil er viel davon hält, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas zuzutrauen, hat er die Abläufe in seinen Apotheken so strukturiert, dass eine Führung in Teilzeit möglich ist. In der Stern-Apotheke in Hürth haben zwei Frauen die Führungsaufgabe übernommen, eine Vollzeitkraft und eine, die 18 Stunden in der Woche arbeitet. Außerdem hat er immer ein offenes Ohr dafür, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben übernehmen wollen. Dann finanziert er auch gern entsprechende Fortbildungen, etwa zur Filialleiterin oder zur Stillberaterin. „Ich bin überzeugt davon, dass die Schaffung solcher Perspektiven motiviert. Außerdem haben solche zusätzlichen Kompetenzen langfristig positive Auswirkungen auf unseren Ruf, gut und fachkundig zu beraten – ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln

Hohe Str. 160 - 168
50667 Köln

Träger:
Stadt Köln

Ansprechperson:
Elena Reifenröther

Tel.: 0221/ 35 50 65- 30

e-Mail:
competentia@stadt-koeln.de

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