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14.12.2020 - Fachkräftesicherung im Handwerk: Herausforderungen und Potentiale

Die Handwerkslandschaft in Deutschland ist breit aufgestellt und umfasst unterschiedlichste Berufe. So divers wie die Berufsbilder im Handwerk sind auch die Anforderungen an qualifiziertes Personal, welches jedoch in der Regel nicht ausreichend zur Verfügung steht.

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Insgesamt zeigt sich für die Handwerksbetriebe in Deutschland eine gute wirtschaftliche Ausgangssituation, insbesondere in männlich dominierten Berufen, wie den Gewerken im Bauwesen. Viele dieser Betriebe verzeichnen eine solide Auftragslage und haben entsprechend viel zu tun. Auf der anderen Seite fehlt es häufig an qualifiziertem Personal, um den Aufträgen gerecht zu werden. Auch in klassischerweise frauendominierten Berufen fehlt es an ausreichend Nachwuchskräften, um dem demografischen Wandel aktiv entgegentreten zu können. Die Corona-Pandemie und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben das Handwerk zusätzlich getroffen. So mussten Betriebe vermehrt mit Stornierungen der Aufträge und Umsatzausfällen umgehen, von denen am häufigsten das Lebensmittelhandwerk (70%) sowie Gesundheits- und KFZ-Handwerk (66%) betroffen waren (Quelle:  www.handwerk.com/zdh-umfrage-noch-keine-entspannung-der-auftragslage). Dennoch bleibt die Nachfrage nach Personal im Handwerk insgesamt groß.

Im Gespräch mit Handwerksunternehmen aus dem eigenen Netzwerk konnte Competentia MEO, unterschiedliche Herausforderungen hinsichtlich der Fachkräftesituation ermitteln. Betriebe aus der Region Essen, Mülheim a.d. Ruhr und Oberhausen spüren seit einiger Zeit den demografischen Wandel und damit einhergehend eine Überalterung der Belegschaft sowie den Trend zum Studium. Die Herausforderung bei der Gewinnung von neuem Personal liegt heute vermehrt in einem gezielten Marketing – für den eigenen Betrieb sowie das Handwerk an sich. Auf der anderen Seite stehen Berufsschulen und Bildungseinrichtungen, die Ihre Lehrkonzepte in der heutigen Zeit deutlich stärker auf die Aktualität der jeweiligen beruflichen Anforderungen ausrichten müssen. Denn auch in den Alltag vieler Handwerksbetriebe hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten und diese stellt ganz neue Anforderungen an Arbeitsprozesse und Fähigkeiten der Fachkräfte.

Eine direkte Folge aus der Verknappung von ausbildungsinteressierten jungen Menschen ist, dass die Ansprüche an Auszubildende herabgesetzt werden. Dadurch sinkt in den Augen vieler Ausbildungsbetriebe unteranderem die Qualität der eingehenden Bewerbungen, sodass die für den Beruf erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Hinzu kommt häufig ein erzieherischer Auftrag, dem die Betriebe in ihrer Ausbildungsfunktion nachkommen müssen, wodurch sich ein höherer Aufwand bei der Begleitung der Auszubildenden auftut. Die Herausforderungen bei der Fachkräftesicherung sind im Handwerk also ebenso divers, wie die Berufsbilder an sich.

Es existieren verschiedene Lösungsansätze, um mit einem Mangel an Fachkräften umzugehen und neue Bewerbungen für den Betrieb zu generieren. Neben einem gezielten Auszubildenden-Marketing ist eine starke Arbeitgebermarke genauso hilfreich bei der Akquise berufserfahrener Fachkräfte. Hier kann bereits eine professionelle Homepage mit Karriereseite einen Einfluss darauf haben, ob sich junge Menschen für den Betrieb interessieren. Es müssen nicht immer die großen und teuren Kampagnen sein, um eine starke Arbeitgebermarke zu etablieren. Eine medienaffine junge Kollegin könnte sogar Spaß daran haben, neben der eigentlichen Tätigkeit ein eigenes Social-Media-Projekt zu entwickeln, mit dem der Betrieb bei der gewünschten Zielgruppe sichtbarer wird. Dieses Beispiel ist nur eine von vielen schnell umsetzbaren Maßnahmen, mit denen auch kleine Betriebe sofort aktiv werden können.

Als öffentlich gefördertes Projekt mit gut vernetzten kommunalen Strukturen stehen wir von Competentia MEO als kompetenter Ansprechpartner in der Region zur Verfügung, um bei diesen diversen Herausforderungen zu unterstützen. Neben verschiedenen Seminaren und Workshops zum Thema Azubi-Marketing und Employer Branding, die wir dieses Jahr kostenfrei angeboten haben, ist für 2021 Format in Planung, in dem Schüler von Auszubildenden über besondere Ausbildungsberufe informiert werden.

Bei weiteren Ideen und Anregungen zu Formaten oder Kooperationsveranstaltungen können die Projektreferentinnen von Competentia MEO über kontakt@competentia-meo.de informiert werden.

Quellen:

https://www.zdh.de/fachbereiche/bildung/fachkraeftesicherung/

               

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf MEO

III. Hagen 37
45127 Essen

Träger:
EWG - Essener Wirtschaftsförderungs-gesellschaft mbH

Ansprechperson:
Sandra Spiegel

Tel.: 0201/820-2455

e-Mail:
sandra.spiegel@competentia-meo.de

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