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19.01.2021 - Corona als Chance für neue Gedanken

#wirnutzenchancen – Interview-Serie von und für Unternehmen am Niederrhein

Wie gehen Menschen und Unternehmen in der Region Niederrhein mit der aktuellen Krise um? Antworten finden Sie in unserer neuen Interview-Serie von und für Unternehmen. Das Motto lautet: #wirnutzenchancen.

Wie ergeht es Frau Bettina Engel-Albustin in der Corona-Krise?

Bettine Engel-Albustin

© Fotoagentur-Ruhr @moers
Bettina Engel-Albustin, Fotografin, https://fotoagentur-ruhr-moers.de/

Über mehrere Jahre als Bildjournalistin für verschiedene Redaktionen im Ruhrgebiet tätig und nach einem Studium in Kommunikationsdesign, liegt nun mein Schwerpunkt bei dokumentarischen und konzeptionellen Arbeiten für Wirtschaft, Bildung, Kultur und Gesundheit.

Wie haben Sie den Corona-bedingten Lockdown im Frühjahr 2020 als Selbstständige erlebt?

Bisher habe ich für viele verschiedene Auftraggeber im Bereich Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Handwerk, Medizin und Politik gearbeitet. Außerdem auch noch an freien Projekten und Ausstellungen, die aber alle abgesagt wurden oder in einem kleineren Maße stattfinden konnten.

Alle Aufträge wurden verschoben und abgesagt, da es nicht klar war, wie verschiedene Projekte und Veranstaltungen stattfinden konnten. Regulär ist der Terminkalender bereits im Voraus gut gefüllt, aktuell plant jedoch kaum ein Unternehmen konkrete Projekte. Die Termine im kulturellen Bereich finden meist überhaupt nicht statt.

Wie konnten Sie auf die Situation reagieren?

Zuerst verfiel ich in eine kleine Schockstarre und konnte keine Kreativität mehr spüren. Nach einer Zeit habe ich dann das Thema Corona aufgegriffen und Bilder aus dem Lockdown gesammelt, kleine Spaziergänge mit der Kamera gemacht, um mich wieder zu finden. Daraus ist auch ein Buch entstanden.

Weitere Ausstellungskonzepte, unter anderem ein Projekt mit der Partnerstadt in Italien zum Thema „Gesichter Europas“, habe ich geplant und daran gearbeitet. Die Ausstellung konnte sogar im kleinen Rahmen gezeigt werden. Auch ein Projekt mit mehreren Künstlern zum Thema „LaGa 60 x 60“ konnte stattfinden.

Im September habe ich dann Menschen porträtiert und sie nach ihren Erlebnissen zu Corona befragt. Die Bilder sind im Internet zu sehen.

Ein paar weitere Porträts auf Distanz konnte ich für Unternehmen erarbeiten und auch architektonische Bilder erstellen für ein Relaunch sowie Buch- und Magazinprojekte umsetzen. Allerdings sind die Einschnitte wirtschaftlich stark zu spüren.

Was haben Sie in die Wege geleitet, um sich zu schützen?

Die Befolgung der AHA-Regeln, Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, aktuell und gut informiert sein durch zuverlässige Medien.

Regulär nehme ich im Jahr immer etwa zwei Praktikant*innen auf. Das konnte ich diesmal nicht mit Beruf und Familie koordinieren, weil nie klar war, wie sich die Situation gestaltet, sowohl im räumlichen Kontakt als auch in der Auftragslage.

Sehen Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf anders als vor der Krise?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mit einem schulpflichtigen Kind in der Krise eine große Herausforderung. Planung und Struktur sind noch wichtiger als vorher, da auch das Lernen auf Distanz viel Zeit abverlangt und Projekte und Ideen nicht ganz so einfach umzusetzen sind.

Wenn es Ihren Auftraggeberinnen und Auftraggebern schlecht geht, leiden auch Ihre Geschäfte. Wie nehmen Sie die Auftragsbereitschaft zurzeit wahr und was erwarten Sie für das bevorstehende halbe Jahr?

Da nun auch im Januar 2021 wieder ein harter Lockdown ist, sind die Einschnitte sehr stark zu spüren. Insbesondere die Planung für das gesamte Jahr stagniert. Kleinere Aufträge werden hoffentlich im Frühjahr wieder anstehen.

Bietet die Krise eine besondere Chance, sich genau jetzt um neue Vertriebswege und Kommunikationsformen zu kümmern? Welche Marketing-Kanäle nutzen Sie?

Die Krise hat die digitale Kommunikation via Videokonferenz weitgehend gefördert. Für manche Abstimmungen ist das gut zu nutzen. Allerdings bin ich als Fotografin visuell stark geprägt und benötige den Anreiz vor Ort, um Ideen zur Gestaltung von Porträts und weiteren räumlichen Aufnahmen zu bekommen.

Wie auch schon vorher nutze ich meine Homepage, den jeweiligen Blog, Facebook und Instagram, um meine Arbeit zu zeigen. Des Weiteren verfüge ich über ein gutes persönliches Netzwerk, das mir zugutekommt.

Wie blicken Sie in die Zukunft? Was gibt es Positives zu berichten?

Die Corona-Krise macht deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch mit Menschen ist, und bietet zugleich aber auch einen ruhigeren Blick auf die sonst so rasante Zeit.

Fotoprojekte und fotografische Ausrichtungen können überdacht, neue Ideen geplant werden. In dieser Zeit habe ich meinen Fokus auf Editorial Design und Film gelegt, um noch mal breiter aufgestellt zu sein. Allerdings möchte ich mich weiterhin fotografisch mit dem Thema „Mensch und Raum“ beschäftigen, da es das ist, was mir am meisten fehlt.

Interview: Alexandra Schmitz

(Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein)

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