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14.09.2017 - Vereinbarkeit rentiert sich

Vereinbarkeit rentiert sich
Forum zur betrieblich unterstützten Kinderbetreuung am 14.9.2017 in Kleve

Viele Unternehmen vom Niederrhein teilen eine Sorge. Gut qualifiziertes Personal droht aufgrund von Familienphasen oder Angehörigenpflege langfristig auszufallen. In Zeiten von Fachkräfteengpässen müssen sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber etwas einfallen lassen, um attraktiv zu bleiben.

Ideen, wie es gelingen kann, das eigene Personal besser zu binden und das Angestelltenverhältnis wertzuschätzen, kamen im Forum: Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung rechnet sich! zur Sprache. Gemeinsam organisiert vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein und der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH standen Fachleute, als Ideengeber, Betroffene oder Inside und Insiderinnen, Rede und Antwort.

Rund 30 Gäste informierten sich über die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten zwischen U3-Betreuung, Kindertagespflege, Betriebs-Kita oder auch Ferienbetreuung. Monika Stier von Impuls Soziales Management zeigte in ihrem Vortrag wie es funktionieren kann und welche Kostendimensionen mit den unterschiedlichen Modellen einhergehen. Nicht wenige Gäste zeigten sich überrascht, dass die Kosten im Grunde doch überschaubarer sind als angenommen. Ein Erfolgsrezept bestehe in der Kooperation mehrerer Betriebe und der Zusammenarbeit mit Trägern sowie kommunalen Ämtern.

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v.l.n.r.: Monika Stier, Dietmar Schlug, Tarek Lababidi, Johanna Hachmann, Nicolai Müller, Hans-Josef-Kuypers


In einer offenen Diskussionsrunde ging es anschließend um den konkreten Austausch von Praxiserfahrungen. Neben Unternehmen waren auch kommunale Ansprechpersonen beteiligt, wie etwa das Klever Jugendamt und die Gleichstellungsbeauftragte. Sich zuhören, kennenlernen, neue Anregungen erhalten und Tipps geben – genau dies entspricht dem Ziel des Forums.

Dietmar Schlug, Personalleiter von tel inform customer services, berichtete von interessanten Beispielen der betrieblich unterstützten Kindertagesbetreuung und gab Einblicke in die Bedürfnislage der Angestellten. Dass betriebliches Klima, Vertrauen und Wertschätzung die zentralen Faktoren für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sind, machte auch Nicolai Müller deutlich. Als Geschäftsführer einer Steuerkanzlei mit 60 Beschäftigten und Mitherausgeber des Buchs Werteorientierte Führung von Familienunternehmen sagte er; „Alles beginnt im Kopf“. Die Größe eines Unternehmens mache in Wahrheit keinen Unterschied aus, vielmehr gehe es um Haltung und Einstellung.

Dass sich dies auch betriebswirtschaftlich rechnet, weiß auch Johanna Hachmann vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein. Die so genannte Vereinbarkeitsrendite beträgt bis zu 40 Prozent – mit anderen Worten: zufriedene Mitarbeitende zahlen das Vertrauen ihrer Unternehmensführung nicht nur zurück, sondern lassen die Umsätze steigen. Dass sich Angebote zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familienphasen rentieren, bestätigen auch verschiedene Studien, aus denen Monika Stier zitierte. Eine geringere Fluktuation, höhere Leistungsbereitschaft und eine positive Identifikation sind Pluspunkte, die aus der Arbeitgeberattraktivität resultieren.

Hans-Josef Kuypers kennt die Wirtschaftsregion wie kaum ein zweiter. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung steckte allerdings auch den Finger in die offene Wunde. Die Frauenbeschäftigung im ländlichen Kreis Kleve sei weiterhin ein Problem, denn die Quote liegt nach wie vor unter dem Landesdurchschnitt in Nordrhein-Westfalen.

Den wachsenden Personalbedarf angesichts einer alternden Bevölkerung zu beantworten, ist eine Herausforderung, die nicht um die Aufgabe der Förderung von erwerbfähigen Frauen herumkommt. Insofern ist die neue Vereinbarkeit ein Thema für nahezu alle Betriebe der Region.

Um konkrete Fragestellungen vertiefen zu können, wurden mit dem Kompetenzzentrum bereits erste Verabredungen zu Jour fixes getroffen.

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Monika Stier: Impuls Soziales Management GmbH

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Hans-Josef Kuypers: Wirtschaftsförderung Kreis Kleve

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Diskussionsrunde

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein

Bismarckplatz 1
47198 Duisburg

Träger:
Stadt Duisburg Stabsstelle für Wirtschafts-, Europa- und Fördermittelangelegenheiten

Ansprechperson:
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