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14.08.2020 - Das Wir-Gefühl stärken, Ordnung schaffen und gestärkt nach vorne schauen

#wirnutzenchancen – Interview-Serie von und für Unternehmen am Niederrhein

Wie gehen Menschen und Unternehmen in der Region Niederrhein mit der aktuellen Krise um? Antworten finden Sie in unserer neuen Interview-Serie von und für Unternehmen. Das Motto lautet: #wirnutzenchancen.

Wie ergeht es Andrea Bahr in der Corona-Krise?

Andrea Bahr

Foto: Andrea Bahr, www.andreas-fahrschulteam.de/

Andrea Bahr betreibt ein Fahrschul-Event-Haus in Duisburg-Huckingen. „Wir haben uns spezialisiert auf die Schulung zum Führerschein in sieben Tagen kombiniert mit einem Fun-Time-Programm sowie auf die Berufskraftfahrerausbildung. Auch Angstpatienten sind bei uns gut aufgehoben.“

Welche Auswirkungen hat COVID-19 bisher auf Ihr Unternehmen, was ist anders als sonst?

Wir mussten zunächst den ganzen Betrieb einstellen, die Türen verschließen und den Publikumsverkehr einstellen. Ein Fahrlehrer hat aufgrund der Erkrankung seiner Frau Urlaub eingereicht. Die anderen Mitarbeitenden wurden mit Aufgaben betraut, zum Beispiel neue Unterrichtsgestaltung. Das Büro ist seitdem in verringerter Form telefonisch immer nur von einer Person und im täglichen Wechsel besetzt. Kurzarbeit musste eingeführt werden und wir haben kaum Einnahmen getätigt.

Was haben Sie in die Wege geleitet, um die Mitarbeitenden zu schützen?

Bevor die Schließung anstand, habe ich eine E-Mail mit deutlichen Hinweisen verfasst. Wir haben unter anderem kleinste Gruppen gebildet, die sich untereinander nicht begegnet sind, um möglichst wenig Überschneidungspunkte zu haben. Jetzt zur Wiedereröffnung sind in den Büros und zwischen den Simulatoren Schutzwände aufgestellt. In die Autos habe ich flexible Spuckschutzfolien einbauen lassen, alle waren begeistert, auch die TÜV-Prüfer. Leider sind diese jetzt in der neuen Verordnung verboten worden. Dabei hat sich zuvor diese keiner angesehen. Als Arbeitgeberin sehe ich das für meine Fahrlehrer in der Praxis kritisch.

Wenn es Ihren Auftraggeberinnen und Auftraggebern schlecht geht, leiden auch Ihre Geschäfte. Wie nehmen Sie die Auftragsbereitschaft zurzeit wahr?

Sechs Wochen ist so gut wie gar nichts passiert. Seit einer Woche rollen wir wieder und die Telefone stehen nicht still.

Bietet die Krise nicht allen auch eine besondere Chance, sich genau jetzt für neue Vertriebswege und Kommunikationsformen zu öffnen? Was gibt es Positives zu berichten?

Jede noch so schlechte Lage birgt eine Chance. Wir haben die Schließung genutzt und das E-Learning eingeführt. Das hat sich als absolut positiv herauskristallisiert. Strukturen in der täglichen Büroarbeit konnten optimiert werden. Das Wir konnte gestärkt werden und alle haben hohe Berge von Restarbeiten abgetragen.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Ausnahmesituation und wie blicken Sie in die Zukunft?

Die ganze Welt ist betroffen, vieles musste heruntergefahren werden, wir sind mehr zur Ruhe gekommen und haben in vielen Teilen auch das Homeoffice genossen. Auch Familien sind wieder näher zusammengerückt, neue Ideen sind entwickelt worden, unsere Natur hat sich ein wenig erholt. Daraus sollten wir lernen. Schauen Sie doch mal wieder einer Feder hinterher! Ihre Leichtigkeit zu beobachten ist einfach wunderbar.

Interview: Magdalena Kowalczyk

(Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein, Leiterin)

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