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02.06.2020 - Nach der Schockstarre kam die Kreativität

#wirnutzenchancen Interview-Serie von und für Unternehmen am Niederrhein

Wie gehen Menschen und Unternehmen in der Region Niederrhein mit der aktuellen Krise um? Antworten finden Sie in unserer neuen Interview-Serie von und für Unternehmen. Das Motto lautet: #wirnutzenchancen.

Wie ergeht es Gabriele Coché-Schüer in der Corona-Krise?

Gabriele Coche innos

Gabriele Coché-Schüer, www.innos.de

Gabriele Coché-Schüer ist Mitgesellschafterin der innos gmbh . Das IT-Unternehmen aus Moers, das in diesem Jahr 25 Jahre besteht, ist auf Küchenleittechnik spezialisiert und bietet Systemlösungen für die in Großküchen vom Gesetzgeber vorgegebenen Überwachungs- und Dokumentationsaufgaben. Die innos gmbh kann auf über 200 individuelle Systeme unter anderem in Kliniken, öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie Hochschulmensen im In- und Ausland verweisen.

Welche Auswirkungen hat COVID-19 bisher auf Ihr Unternehmen, was ist anders als sonst?

Es war zunächst – wie bei den allermeisten Unternehmen – eine Vollbremsung aller Außenaktivitäten. Innerhalb von wenigen Tagen war der Terminkalender für Außentermine Makulatur. Kunden von innos sind öffentliche Verpflegungseinrichtungen wie Krankenhaus- und Seniorenheimküchen, Hochschulmensen, Betriebsgastronomie usw. Lage- und Baubesprechungen mit Architekten- und Planungsbüros, mit den zuständigen Küchen- oder Betriebsleitungen vor Ort waren ab sofort für Wochen nicht mehr möglich. Nicht nur, weil der Zugang zu den Gebäuden nicht mehr möglich war, sondern weil die Gesprächspartnerinnen und -partner auch ab sofort ins Homeoffice gingen.

Was haben Sie in die Wege geleitet, um die Mitarbeitenden zu schützen?

Wir sind ein kleines Büro mit einem kleinen Team von drei festangestellten Mitarbeitenden, die sowieso alle problemlos von zu Hause arbeiten können und tagsüber auch telefonisch erreichbar sind. Trotzdem wurde vereinbart, dass das Büro im Wechsel besetzt wird. Das hat prima geklappt.

Wenn es Ihren Auftraggeberinnen und Auftraggebern schlecht geht, leiden auch Ihre Geschäfte. Wie nehmen Sie die Kundenbeziehung und Innovationsbereitschaft zurzeit wahr?

Bei Großprojekten sitzen alle in einem Boot. Den Druck, fertig zu werden, haben alle, vom Planungsbüro über die ausführenden Handwerksbetriebe und wir eben auch, wenn wir mit der Hard- und Software-Installation an der Reihe sind. Die Auswirkungen von Corona haben aber alle Unternehmen, Kundinnen und Kunden gleichermaßen getroffen. In dieser Zeit wurden die geschäftlichen Kontakte untereinander besonders gepflegt. Ich habe das Gefühl, man ist vorsichtiger miteinander umgegangen und hat sich in gegenseitigem Verständnis und Rücksichtnahme geübt, wenn mal Kinder im Hintergrund bei der Telefonkonferenz aus dem Homeoffice zu hören waren. Ich denke und hoffe, dass wir diese Kultur auch nach Corona weiter beibehalten werden.

Aber ja – wird das Projekt nicht fertig, können keine Rechnungen geschrieben werden, so einfach ist das. Was die Innovations- und Investitionsbereitschaft zum Beispiel der öffentlichen Hand angeht, so glaube ich, dass derzeit niemand weiß, welche tatsächlichen Auswirkungen dieser bisher einmalige Lockdown haben wird. Die wirtschaftlichen Folgen sind heute unübersehbar und es wird nichts mehr wie vor Corona. Aber natürlich schauen wir nach vorn.

Bietet die Krise nicht allen auch eine besondere Chance, sich genau jetzt für neue Vertriebswege und Kommunikationsformen zu öffnen?

Was ganz offensichtlich geworden ist, ist, dass jetzt niemand mehr an der weiteren Digitalisierung vorbeikommen wird. Videokonferenzen ersetzen Dienstfahrten, Webinare sind in diesen Wochen zur Selbstverständlichkeit geworden. Und es geht! Wenn die Corona-Krise endgültig vorbei sein sollte, werden solche Kommunikationsformen für immer mehr Unternehmen zum Alltag gehören.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Ausnahmesituation und wie blicken Sie in die Zukunft?

Ich persönlich hätte mir nie vorgestellt, dass so etwas wie das weltweite komplette Herunterfahren der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens überhaupt so schnell möglich ist. Die Folgen hieraus werden wir alle bis in die kleinsten Lebensbereiche über Jahre tragen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Menschen nach einer gewissen Schockstarre eine enorme Kreativität an den Tag gelegt haben, um sich dieser neuen Situation zu stellen. Die Zukunft wird bestimmt herausfordernd – und auf alle Fälle spannend.

Interview: Tarek Lababidi

(Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein)

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