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11.05.2020 - Wir stehen Schulter an Schulter, auch virtuell

#wirnutzenchancen – Interview-Serie von und für Unternehmen am Niederrhein

Wie gehen Menschen und Unternehmen in der Region Niederrhein mit der aktuellen Krise um? Antworten finden Sie in unserer neuen Interview-Serie von und für Unternehmen. Das Motto lautet: #wirnutzenchancen.

Wie ergeht es Michaela Hares in der Corona-Krise?


Michaela Hares ist Geschäftsführerin bei dem Duisburger IT-Unternehmen Krankikom GmbH. „Krankikom ist ein international tätiger Dienstleister im Bereich der Entwicklung internetbasierter Software-Applikationen. Wir beschäftigen 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hauptsächlich in den Bereichen Design, Entwicklung, Content und Projektleitung. Seit 1995 unterstützen wir unsere Kunden mit Ideen und deren Umsetzung dabei, die Herausforderungen der digitalen Transformation erfolgreich zu meistern.“

 

Michaela Hares

Michaela Hares, www.krankikom.de

 

Welche Auswirkungen hat COVID-19 bisher auf Ihr Unternehmen, was ist anders als sonst?

Ganz schön einsam diese Tage im Büro ... Homeoffice ist bei uns seit jeher möglich, wird seit Mitte März natürlich viel häufiger genutzt als zuvor. Technisch ist das überhaupt kein Problem, organisatorisch muss man sich halt etwas anders aufstellen. Früher ist man öfter mal eben zu den Kolleginnen oder Kollegen gelaufen, um Dinge sehr niederschwellig und schnell zu besprechen, heute muss man Termine mit den Kollegen im Homeoffice koordinieren und dann entsprechende Tools verwenden. Das funktioniert aus meiner Sicht sehr gut! Was mir persönlich fehlt, ist die Unterhaltung an der Kaffeemaschine oder der Small Talk, die Teilhabe am Leben der anderen halt. Auch dafür finden wir hier und da aber Wege, wir treffen uns zum Beispiel virtuell ohne Agenda freitagnachmittags oder nach Feierabend in Discord, spielen da zusammen oder quatschen und hören Musik. Das ist schön, ersetzt aber das persönliche Aufeinandertreffen nicht wirklich. Unser Büro ist nach wie vor offen und wir haben vor Ort überhaupt keine Probleme, Abstand zueinanderzuhalten. Über den Daumen gepeilt würde ich sagen, dass ca. 80 Prozent der Kolleginnen und Kollegen überwiegend im Homeoffice arbeiten.

 

Was haben Sie in die Wege geleitet, um die Mitarbeitenden zu schützen?

Das beste Mittel ist sicher die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Im Büro selbst halten wir Abstand voneinander und haben zusätzlich zu den Desinfektionsmöglichkeiten, die wir seit jeher am Start haben, einen kontaktlosen Desinfektionsmittelspender im Foyer aufgestellt, den jeder beim Betreten oder Verlassen des Hauses nutzen kann.

 

Wenn es Ihren Auftraggebern schlecht geht, leiden auch Ihre Geschäfte. Wie nehmen Sie die Auftragsbereitschaft zurzeit wahr?

Wirtschaftlich haben wir die Auswirkungen von Corona sehr unmittelbar und schnell verspürt, ein wichtiges Standbein von uns ist die Kinobranche, ein weiteres die weltweite Prüfungsbranche. Beide Bereiche haben derzeit schwer zu kämpfen: Kinos sind geschlossen und Prüfungen in Schulen werden abgesagt. Einnahmen bei unseren Kunden entfallen und bei uns in Konsequenz dann natürlich auch. Wir haben sehr schnell reagiert und seit Mitte März Kurzarbeit ausgerufen, dabei schauen wir aber immer, dass wir geschäftsfähig bleiben und passen unsere Sätze sehr kurzzyklisch der Auftragslage an. Außerdem stocken wir das Kurzarbeitergeld im Rahmen unserer Möglichkeiten auf, sodass die Verluste für die Mitarbeitenden zwar spürbar, aber hoffentlich nicht unbedingt unmittelbar existenzbedrohend sind. Die Kolleginnen und Kollegen haben großes Verständnis für die Situation gezeigt und sehen, dass es sich bei der Maßnahme Kurzarbeit um ein notwendiges und sinnvolles Mittel handelt, das uns letztlich absichert, sodass wir die Situation auch gemeinsam überstehen können. Das ist unser großes Ziel, an dem wir auch alle zusammenarbeiten müssen, und alle leisten dazu ihren Beitrag.

Bietet die Krise nicht allen auch eine besondere Chance, sich genau jetzt für neue Vertriebswege und Kommunikationsformen zu öffnen? Was gibt es Positives zu berichten?

Nachdem viele unserer Kundinnen und Kunden eh nicht gerade um die Ecke sitzen, nutzen wir auch da schon lange Videokonferenzen und Dateiaustauschplattformen, um zusammenzuarbeiten und uns abzustimmen. Nachdem viele unserer Ansprechpersonen beim Kunden erst mal in die Lage versetzt werden mussten, von zu Hause aus zu arbeiten, sind Gespräche mit Kundinnen und Kunden im Homeoffice mittlerweile auch etabliert und funktionieren gut. Es ist auch schön, hier und da mal private Einblicke zu bekommen. Zu Beginn eines jeden Gesprächs redet man eh ein paar Minuten über die jeweils persönliche Situation. Schön ist, dass man auch im Zusammenspiel mit den Kundinnen und Kunden das Gefühl hat, dass alle in einem Boot sitzen und man das gemeinsam überstehen will.

 

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Ausnahmesituation und wie blicken Sie in die Zukunft?

Niemand hat eine solche Situation kommen sehen. Sicher können wir daraus lernen, zum Beispiel, wie wichtig es ist, sehr offen miteinander zu reden und Gesprächsbereitschaft zu zeigen, um Unsicherheiten aufzufangen. Natürlich wird es auch immer wieder Situationen geben, auf die man nicht eingestellt ist. Schön ist, erfahren zu haben, dass wir wirklich schnell reagieren konnten, und dass alle Schulter an Schulter stehen sowie auch Verständnis für jeweilige persönliche Situationen und Herausforderungen zeigen. Das macht mich ein bisschen froh und zuversichtlich für die nähere und auch die fernere Zukunft!

Interview: Magdalena Kowalczyk

(Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein)

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