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11.12.2020 - Online-Seminar: Junge Köpfe – Starke Fachkräfte: Virtuelle Vorstellungsgespräche – Auszubildende online auswählen am 12. November 2020

Unserer Einladung zum Online-Seminar „Junge Köpfe – Starke Fachkräfte: Auszubildende online auswählen“ folgten 41 Führungskräfte, Personalverantwortliche, Ausbildungs- und Geschäftsleitungen aus Unternehmen sowie Interessierte aus Institutionen aus fast allen Regionen OstWestfalen-Lippes.

In den zurückliegenden Monaten wurden viele Prozesse in kleinen und mittelständischen Unternehmen verstärkt digitalisiert. Auch für die Rekrutierung von Auszubildenden kommen mit virtuellen Vorstellungsgesprächen vermehrt neue Methoden zum Einsatz.  Im Online-Seminar erhielten die Teilnehmenden konkrete Tipps für die erfolgreiche Vorbereitung und Umsetzung. Etwa 80 % der Teilnehmenden hatten bislang keine Auswahlgespräche online durchgeführt und starkes Interesse am Austausch mit Ausbildungs- und Personalverantwortlichen aus anderen Unternehmen, die damit bereits gute Erfahrungen gemacht haben.

Referentin Simone Bull (Arbeitgeberschmiede | Agentur für Personal und Marketing) informierte zunächst über die vielfältige und umfangreiche Vorbereitungsphase und ging dabei auch auf die Unterschiede zu vor-Ort-Auswahlgesprächen ein. Grundsätzlich riet sie dazu, alle Gespräche für eine Position mit dem gleichen Medium durchzuführen um so einen professionellen, vergleichbaren Prozess zu sichern.

In diesem professionellen Prozess stellt sie die Arbeitgebermarke als grundlegend in den Vordergrund. Dass diese längst noch nicht überall üblich ist, verrät unser Umfrageergebnis: etwa 2/3 der beteiligten Unternehmen geben an, keine abgestimmte und schriftlich festgelegte Arbeitgebermarke zu haben.

Frau Bull schlägt auch vor, für die Kandidaten und Kandidatinnen Tipps zu entwickeln – die auch für die Interviewenden selbst Gültigkeit haben sollten – und rechtzeitig vorher zuzusenden. Dazu zählen beispielsweise Technisches zum Hintergrund, dem Licht oder dem Umgang mit der Kamera, aber auch Hinweise auf den Kleidungsstil und der Tipp, sich selbst Fragen zu überlegen.

Im Team sollten eine Persona entwickelt und davon ausgehend die Auswahlkriterien erarbeitet werden, d. h. wer passt zu uns, welche Werte und Kultur sind wichtig und was soll die Person können. Die spätere Vorstellung des Unternehmens sollte kein Standard-Imagefilm sondern auf die Stelle zugeschnitten vorbereitet werden. Das kann beispielsweise ein Betriebsrundgang sein,  der die täglichen Routinen beinhaltet und auch ein zukünftiger Arbeitsplatz, der von aktuellen Auszubildenden vorgestellt wird.

Nicht zuletzt muss die DSGVO-Konformität sichergestellt werden. Am Ende der Vorbereitungsphase erfolgt die Entscheidung, wer an den Auswahlgesprächen teilnimmt. Dieses Team wird gebrieft, Moderation, Ablauf und Rollverteilung werden definiert und der virtuelle Raum vorzubereitet.

Ein weiteres Thema an dem Nachmittag waren Tests im Rahmen von Azubi-Einstellungsverfahren. Auch hier lieferte unsere Umfrage unter den Teilnehmenden interessante Ergebnisse: Etwa 40 % der Unternehmen verzichten ganz auf standardisierte Tests und die anderen 60 % nutzen zu gleichen Teilen papier- bzw. computerbasierte Tests. Frau Bull ging auf die Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile der Online-Tests ein. Die Teilnehmenden gaben per Chat ihren aktuellen Testanbieter an und tauschten sich untereinander im Gespräch über die gemachten Erfahrungen aus.

Schließlich ging es um die tatsächliche Durchführung der Online-Interviews, die dem Ablauf von Auswahlgesprächen im Unternehmen sehr ähnlich ist. Eine Begrüßungsrunde mit Small Talk senkt den Stresslevel. Der Gesprächsverlauf sollte hier kurz skizziert werden. Die Unternehmensvorstellung kann mit der zielgruppengerechten Ansprache einen Sog erzeugen und das Unternehmen für die Bewerberin attraktiv bleiben. Nachdem sich die Kandidatin selbst vorgestellt hat und die Fragen aller Beteiligten beantwortet wurden, sollte kurz auch der weitere Weg beschrieben werden.

Zum Ende Ihres Vortrags lud Frau Bull die Teilnehmenden zu einem Exkurs ein und gab Tipps, wie weibliche Auszubildende für ein eher technisches Ausbildungsumfeld gewonnen werden können. Sie wies darauf hin, dass jungen Frauen sowohl Sinn und Kontext hinter den Aufgaben wichtig sind. Außerdem fühlen sie sich durch eine angemessene Wort- und Bildsprache eher gemeint.

Zahlreiche Teilnehmende verabschiedeten sich im Chat mit dankenden Worten für den aufschlussreichen, nachvollziehbaren, informativen und extrem kurzweiligen Nachmittag mit sofort umzusetzenden Hinweisen.

Virtuelle_Vorstellungsgespraeche_12.11.2020

Bild von oben nach unten:
Meike Stühmeyer-Freese (Kompetenzzentrum Frau und Beruf | OWL GmbH)
Simone Bull (Arbeitgeberschmiede | Agentur für Personal und Marketing)
Bildrechte: OWL GmbH

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