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09.04.2014 - Wie hoch muss ein existenzsicherndes Einkommen sein?

Herford, April 2014. Bundesweit wird derzeit über Minijobs und die Einführung von Mindestlöhnen diskutiert. Doch wie hoch muss das Erwerbseinkommen einer Person eigentlich sein, damit es für die aktuellen Bedarfe, aber auch für die eigene Absicherung in der Zukunft ausreicht? Diese Frage hat Dr. Irene Pimminger, Leiterin von defacto – Sozialwissenschaftliche Forschung und Beratung, in Herford beantwortet: Für die langfristige Absicherung eines Erwachsenen mit einem Kind sei ein Bruttoverdienst von 2.654 Euro notwendig. Derzeit sind jedoch fast drei Viertel aller Frauen nicht in der Lage dieses Einkommen für sich und ein Kind zu erlangen.

Die Referentin Dr. Irene Pimminger stellte die Ergebnisse ihrer Studie „Existenzsichernde Beschäftigung von Frauen und Männern“ rund 30 Interessierten in der Agentur für Arbeit Herford vor. Sie erklärte detailliert, wie hoch das Erwerbseinkommen sein sollte und wie die aktuelle Lage sich für Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt darstellt.

Frauke Schwietert, Leiterin der Agentur für Arbeit und Klaus Binnewitt, Geschäftsführer des Jobcenters Herford begrüßten die Referentin, die anlässlich der laufenden Ausstellung „Minijob – Minichance?“ vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL nach Herford eingeladen war. Frauke Schwietert: „Wir haben die Räumlichkeiten der Herforder Arbeitsagentur für die Ausstellung und den Vortrag sehr gerne zur Verfügung gestellt, um das Thema „Erwerbsbeteiligung von Frauen“ mit all seinen Facetten darzustellen und für mögliche Chancen und Risiken zu sensibilisieren.“ Klaus Binnewitt ergänzt: „Unsere Kernaufgabe ist es, Menschen auf dem Weg in eine dauerhaft existenzsichernde Beschäftigung zu unterstützen. Die von Frau Dr. Pimminger vorgetragenen Zahlen zeigen, dass das keine einfache Aufgabe ist. Wir setzen deshalb verstärkt auf Ausbildung und Qualifizierung. Das ist langfristig die einzig richtige Strategie.“

„Frauen arbeiten oft in Teilzeit und haben Unterbrechungen in ihrer Erwerbsbiografie. Schon allein deshalb fällt es ihnen schwer im Lebensverlauf immer ein existenzsicherndes Einkommen zu realisieren. Wir möchten die Frauen, aber auch die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen und gemeinsam daran arbeiten, dass sich die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessert“, so Ella Kraft, Sprecherin des Netzwerks „Frauen und Arbeitspolitik im Kreis Herford“.

„Im Kreis Herford adressieren wir das Thema existenzsichernde Beschäftigung immer wieder, auch um die Politik und Unternehmen dafür zu sensibilisieren. Die Vorstellung von wissenschaftlichen Studien unterstützt uns dabei sehr, da Fakten die Diskussion erleichtern“, erklärt Petra Claes vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL die Hintergründe zum Vortrag.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation durch die Agentur für Arbeit Herford, das Jobcenter Herford, die Gleichstellungsstelle des Kreises Herford, das Netzwerk „Frauen und Arbeitspolitik im Kreis Herford“ und das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL durchgeführt. Der Vortrag ist eingebettet in die Ausstellung „Minijob – Minichance?“, die noch bis einschließlich dem 17. April in der Agentur für Arbeit Herford, Hansastraße 33, besichtigt werden kann. Sie zeigt anschaulich Zahlen und Fakten zur Situation von Frauen in Minijobs und ist eine Leihgabe des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Münsterland

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