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20.12.2016 - Familie online: Chancen und Risiken der Digitalisierung

Ministerin zu Gast im Kreis Unna

Familienkonferenz Kreis Unna - Schüler und Schülerinnen AG

Schülerinnen und Schüler der Schollibotics aus Lünen erklären Ministerin Kampmann ihren Roboter. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna

Die Digitalisierung verspricht einen Zugewinn an Zeit, Flexibilität und Lebensqualität. Rund um die Chancen und Risiken dieser neuen Wirklichkeit drehte sich eine Familienkonferenz auf Haus Opherdicke. Titel: „Familie 4.0 – Familie in 20 Jahren“.

Das Interesse war groß: Rund 90 Teilnehmer aus dem gesamten Kreisgebiet waren nach Holzwickede gekommen. Das Bündnis für Familie Kreis Unna hatte zu der Veranstaltung eingeladen und prominente Gäste gewonnen: Mit Christina Kampmann, der NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, und Dr. Remi Stork von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie NRW war das Podium neben Vertretern aus dem Kreisgebiet besetzt.

„Zeitnot ein drängendes Problem“

Die Familienministerin erklärte: „Beim mobilen Arbeiten gibt es noch viele ungenutzte Potentiale. Lokale Bündnisse, wie das Bündnis für Familie im Kreis Unna können einen wichtigen Beitrag leisten und bei Arbeitgebern für mehr mobiles Arbeiten werben. Denn für Familien ist quer durch alle Gesellschaftsschichten Zeitnot ein drängendes Problem. Hierbei ist die Digitalisierung eine große Chance. Diese müssen wir alle gemeinsam nutzen.“

Wie die Digitalisierung nicht nur Familienalltag und Arbeitsleben beeinflussen, sondern welche Rolle sie auch im Kita- und Schulalltag sowie für das Zusammenleben und Wohnen in Familien spielt, wurde in verschiedenen Foren erörtert.

Forum Familie und Beruf

Fast die Hälfte der Tagungsbesucher beteiligten sich am Forum Familie und Beruf, das von Anke Jauer (Competentia) und Ulrike Schatto (Jobcenter Kreis Unna) moderiert wurde. Hier wurde diskutiert, wie die fortschreitende Digitalisierung die Arbeitswelt verändert und was dies für die Lebenswelten von Familien mit sich bringt.

Für den Wiedereinstieg nach der Familienphase erweitert die Digitalisierung den Handlungsspielraum für flexiblere Lösungen in Unternehmen. Daniel Marx, UNIQ GmbH, und Philipp Halbach, Diagramm Halbach GmbH & Co. KG, berichteten, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, die Elternzeit, den Wiedereinstieg in den Job und individuelle Wünsche bei der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf möglichst flexibel zu gestalten.

Früh übt sich: Schollibitics, der Roboter AG der Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Die zunehmende Digitalisierung ist auch in Schulen ein Thema. Daher zählten die Berichte von Schollibitics, der Roboter AG der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen, zu den Höhepunkten des Forums. Birgit Straker, Coach der AG bekommt viele positive Rückmeldungen von Arbeitgebenden. Aufgrund gestiegener Anforderungen begrüßen diese es sehr, dass Schülerinnen und Schüler sich frühzeitig mit Technik und Digitalisierung auseinandersetzen. In vielen Ausbildungen wird das sogar vorausgesetzt.

12-07-2016 Familienkonferenz Kreis Unna - Podium - Foto Birgit Kalle - Kreis Unna

Um Chancen und Risiken der Digitalisierung drehte sich die Podiumsdiskussion. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna

Dennoch waren von den begeisterten jungen Tüfftlern und Tüfftlerinnen auch kritische Töne zu hören. Für ihr späteres Arbeitsleben erwarten Samira Bergau, Tim Erpelding und Alexander Hauschopp, dass sie Beruf und Privatleben miteinander in Einklang bringen können. Dabei steht der gewünschten Flexibilisierung das Risiko der Vermischung von Berufs- und Privatleben gegenüber. In der lebhaften Diskussion plädierten einige, darunter auch eine Schülerin, für eine strikte Trennung. Andere sprachen sich für die Entwicklung einer modernen Arbeitswelt aus, in der die Beschäftigten selbst entscheiden können, wann und wo sie ihre Arbeitsaufgaben erledigen.

Rege Diskussionen und viele praktische Beispiele sorgten für eine interessante Veranstaltung: „Wir haben gesehen, dass es selbstbewusste Menschen braucht, um die Digitalisierung sinnvoll zu nutzen“, fasste Petra Buschmann-Simons als Vorsitzende des Bündnisses für Familie die Konferenz zusammen.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet

Träger:
Wirtschaftsförderung Dortmund im Verbund mit der Wirtschaftsförderungs- gesellschaft für den Kreis Unna mbH

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