Aktueller Inhalt:

10.11.2017 - Expertinnen-Zirkel: Frauen in die Chefsessel

Teilnehmerinnen Expertinnen-Zirkel. Rechts: Referentin und Moderatorin Petra Sofia Hübers aus Dortmund

Teilnehmerinnen des Expertinnen-Zirkels. Rechts: Referentin und Moderatorin Petra Sofia Hübers aus Dortmund. Foto: Wirtschaftsförderung Dortmund

Am 9. November 2017 haben sich Dortmunder Führungsfrauen erstmals im Expertinnen-Zirkel zum Thema Frauen in Führung getroffen. Frau.Innovation.Wirtschaft von der Wirtschaftsförderung Dortmund hatte zu dem Treffen eingeladen, um sich mit Dortmunder Expertinnen zu Fragen einer innovativen und gendergerechten Personalpolitik auszutauschen. Im Zentrum stand die Frage, wie angesichts der aktuellen Veränderung von Wirtschaft und Arbeitswelt mehr Frauen in Führungspositionen gelangen und bleiben können.

Eingeladen waren etablierte und angehende weibliche Führungskräfte aus Dortmund. Moderiert von der erfahrenen Personalentwicklerin Petra Sofia Hübers von TCP Kobus aus Dortmund entwickelte sich schnell ein angeregter Austausch. Im Mittelpunkt stand zum einen die Frage, warum immer noch vergleichsweise wenige Frauen in Führungspositionen ankommen und bleiben und zum anderen mit welchen Megatrends Personalverantwortliche heute und in naher Zukunft umgehen müssen.

Petra Sofia Hübers skizzierte die wichtigsten Fakten zur Ausgangslage: Wie die Studie „Frauen im Management im Westfälischen Ruhrgebiet“ von April 2015 ermittelt hat, liegt der Frauenanteil im Top- und Mittleren Management der die Region bei 18,4 %. Da ist noch Luft nach oben. Doch warum gelingt es immer noch nicht flächendeckend, die gläserne Decke zu durchstoßen?

Gatekeeping Rituale und Token-Status

Noch immer bedeutet die berufliche Laufbahn für Frauen eine Mehrfachbelastung. Haushalt, Kinder und Pflege von Angehörigen liegen nach wie vor überwiegend bei den Frauen. Angesichts dieser Belastungen sind Frauen oft nicht bereit, kräftezehrende Führungspositionen zu bekleiden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Gatekeeping Rituale männlicher Entscheider und der schwierige Token-Status, erschwert Frauen das Erreichen und Durchhalten in Führungspositionen.

Forschungen haben schon Ende der 70er Jahre gezeigt, dass Minderheiten (Tokens) – zum Beispiel Frauen in männerdominierten Feldern – bis zu einem Anteil von 15 Prozent nicht individuell, sondern als Repräsentantinnen ihrer Gruppe wahrgenommen werden. Dadurch sind die Frauen einem besonderen Druck ausgesetzt. „Die einzelne Frau steht somit unter verschärfter Beobachtung und muss exzeptionelle Leistungen zeigen. Denn wenn sie scheitert oder Fehler macht, dann scheitert sie in den Augen der Mehrheit nicht als Person, sondern es scheitert die gesamte Gruppe.“, erläutert Petra Sofia Hübers.

Obendrein kommen stereotype Erwartungen und Rollenbilder. Machtstreben und Durchsetzungsstärke passen nicht zum klassischen Rollenbild einer Frau. Neben diesen gesellschaftlichen Erwartungshaltungen engagieren sich Frauen oftmals zu wenig in beruflichen Netzwerken und scheuen immer noch die erfolgsversprechenden MINT-Fächer. Denn eins ist auch sicher: Frauen wollen selten eine Karriere um jeden Preis.

Megatrends als Chance

„Angesichts aktueller Megatrends ist es dringend notwendig, dass sich was ändert. Megatrends sind interessant für Frauen, weil sie die Dominanz der Männer verändern werden.“, führte Petra Sofia Hübers in die zukunftsorientierte Perspektive zum Thema ein. Die Strukturen der Arbeit werden sich durch die zunehmende Digitalisierung wandeln. Die demografische Entwicklung macht es erforderlich, junge Menschen mit anderen Lebensschwerpunkten zu binden. Die Welt wird individueller und weiblicher. Berufsbiografien werden sich zu Multigrafien wandeln, die Anforderungen dadurch immer differenzierter.

Hinzu kommen politische Themen, wie Klimawandel, Umweltschutz, politische Umbrüche, Migration, Risikodichte und Verstädterung, die unser Leben auf noch nicht geahnte Weise umkrempeln werden.

Führung von Morgen – Fortsetzung folgt!

Was bedeuten diese Entwicklungen für Führung allgemein? Welche Chancen ergeben sich daraus für Frauen? Hier liegt noch ein großes Feld, das die Teilnehmenden des Expertinnen-Zirkels weiter beackern wollen. Aus diesem Grund haben sie sich für den 17. Januar 2018 verabredet, um weiter an dem Thema zu arbeiten. Fazit ist die Hoffnung und der Wunsch vieler Teilnehmerinnen, ein neues Netzwerk zur Personalpolitik der Zukunft ins Leben zu rufen.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet

Träger:
Wirtschaftsförderung Dortmund im Verbund mit der Wirtschaftsförderungs- gesellschaft für den Kreis Unna mbH

Ansprechperson:
Hier finden Sie Ihre Ansprechpersonen »

Kalender

< Juli 2022 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Die nächsten 3 Veranstaltungen:

Derzeit liegen keine Termine vor.