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29.06.2018 - Unternehmenstage 2018: Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung

Betriebliche Kinderbetreuung für Schwerte

Philipp Halbach von der Diagramm Halbach GmbH & Co. KG, Andrea Pavlovic, Personalleiterin der Stadtwerke Schwerte, Referentin Angelika Kirstein von do.it projekt-management, Egon Schrezenmaier von der Schrezenmaier Kältetechnik GmbH & Co.KG und Anke Jauer vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet. Foto: Beate Fleck

Viele Betriebe möchten heute ihre Beschäftigten bei der Kinderbetreuung unterstützen. Doch die Umsetzung einer wirklich flexiblen Lösung hat ihre Tücken. Seit etwa 12 Jahren engagieren sich in Schwerte kleine und mittlere Unternehmen für eine passgenaue Kinderbetreuung. Nun ist eine Lösung in Sicht. Wie betriebliche Kinderbetreuung funktionieren kann, war Thema der neunten und letzten Veranstaltung im Rahmen der Unternehmenstage 2018.

Stolpersteine und Hindernisse auf dem Weg

Es war ein langer Weg. Und die Beteiligten schmunzeln heute über die vielen Hindernisse und gesetzlichen Stolpersteine, die sie seit den ersten Gedankenspielen in 2006 ausgeräumt haben. Damals suchte Andrea Pavlovic, Personalleiterin der Schwerter Stadtwerke –der Gastgeberin der Veranstaltung– dringend einen Betreuungsplatz in Schwerte für das Kind einer Mitarbeiterin, die von außerhalb kam. Unmöglich damals.

Referentin Andrea Kirstein von do.it projektmanagementReferentin, Angelika Kirstein, Gesellschafterin und Geschäftsführerin der do.it projekt-management hat 1995 das Kinderhaus Rasselbande in Castrop-Rauxel als Elterninitiative gegründet. Heute ist ihr Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden anerkannter Träger von mehr als 10 Einrichtungen zur flexiblen Kinderbetreuung. Anschaulich erläutert sie den rund 25 Teilnehmenden, wie sie für jedes Betreuungsproblem eine Lösung findet und schlägt dabei stets die Brücke zwischen den Bedürfnissen der Eltern und Kinder, der Unternehmen und den gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Jugendämter.

„Wir müssen als Arbeitgebende immer mehr dahin kommen, die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Blick zu haben.“, beschreibt Kirstein die Ausgangslage für Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels. Besonders kleine und mittlere Unternehmen können hier durch ihre persönliche Nähe zu den Beschäftigten punkten.

Denn die Wünsche der jungen Eltern sind sehr unterschiedlich. „Es wird Zeit, dass wir damit aufräumen, dass die Arbeits- und Betreuungszeit zwischen 8.00 und 16.00 Uhr gesetzt ist. Wenn das nicht gelingt, werden wir volkswirtschaftliche Probleme bekommen.“, kritisiert Kirstein, dass andere Zeiten immer noch als Randzeiten abgetan werden.

In ihren Einrichtungen können Eltern ganz flexibel Betreuungszeiten zwischen 7.00 und 20.00 Uhr an sechs Tagen in der Woche wählen. Diese lassen sich monatlich anpassen und können durch flexible Zubuchungen ergänzt werden. Finanziert wird das über die Regelsätze der Jugendämter, einer Flexibilitätszulage für Eltern, die Bezahlung von nachgebuchten Leistungen und über Unternehmen, die sich bei ihr Plätze für Mitarbeitende sichern.

Kinderhaus Rasselbande nun auch in Schwerte

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Berichten, wie sie sich seit mehr als 10 Jahren für betriebliche Kinderbetreuung in Schwerte einsetzen: Philipp Halbach von der Diagramm Halbach GmbH & Co. KG, Andrea Pavlovic, Personalleiterin der Stadtwerke Schwerte, Egon Schrezenmaier von der Schrezenmaier Kältetechnik GmbH & Co.KG. Foto: Beate Fleck

Nun steigt Angelika Kirstein mit der do.it projekt-management GmbH & Co. KG auch in Schwerte als Träger ein. Dank der Investitionen von Diagramm Halbach, den Schwerter Stadtwerken, der Schrezenmaier Kältetechnik GmbH & Co. KG und weiteren Arbeitgebern im Netzwerk ist es nun gelungen, ein tragfähiges Konzept auf die Beine zu stellen, das Ende 2019 an den Start gehen soll. „Unternehmen, die sich heute ernsthaft mit Vereinbarkeit und Familienfreundlichkeit befassen, zahlen einen hohen Preis.“, erklärt Philipp Halbach, Geschäftsführer von der Diagramm Halbach GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit anderen Unternehmen haben sie viel Geld in die Hand genommen, um das Konzept gemeinsam mit do it zu erstellen. Egon Schrezenmaier ergänzt: „Wir haben Fachkräftemangel und wir haben Frauen, die wollen. Für uns ist es wichtig, diese Frauen herein zu holen.“

Was für Konzerne leicht ist, die einen Betriebskindergarten gründen, ist für kleine und mittlere Unternehmen schwer zu bewerkstelligen, solange sie keinen passenden Träger gefunden haben. „Für Betriebe gibt es noch keine gesetzlichen Förderungen. Um einen Kindergarten langfristig zu betreiben und um öffentliche Mittel dafür zu erhalten, braucht es die Unterstützung durch die Jugendämter vor Ort. Schließlich profitiert auch die Kommune von neuen Kinderbetreuungsplätzen.

Nach langem Ringen hat es in Schwerte geklappt. Dank der Risikobereitschaft der Unternehmen, die mutig in das Projekt investiert haben. „Aber die Planung ist schwierig. Wir reden über Kinder, die noch nicht geboren sind und über Paare, die noch nicht zusammen sind.“, sind Philip Halbach und die anderen Beteiligten erleichtert, dass in Schwerte nun der Schulterschluss mit der Kommune geklappt hat.

Unternehmenstage 2018 geben neue Hoffnung

Anke Jauer vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf war froh, mit Angelika Kirschstein eine kompetente Referentin gefunden zu haben, die die Perspektive von Eltern, Unternehmen und Kommunen einnehmen konnte und sicher auch durch kontroverse Diskussionen führte. Optimistisches Schlusswort einer der rund 25 Teilnehmenden, die mit ihrem Unternehmen selbst eine Kita aufbauen wollte, aber am Veto des Jugendamtes, gescheitert war: „Ich habe wieder Hoffnung!“

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet

Träger:
Wirtschaftsförderung Dortmund im Verbund mit der Wirtschaftsförderungs- gesellschaft für den Kreis Unna mbH

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