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27.11.2020 - Kommunikation und Vertrauen - Top Skills für digitale Führung

Workshop Digitale Führung

Führung über digitale Wege ist das Thema einer dreiteiligen Workshop-Reihe des Kompetenzzentrums Frau & Beruf. Zum Auftakt ging es um die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für digitale Führungskräfte und Teams. Hier berichteten mit Gabriele Kroll (Sparkasse Dortmund) und Maike Kunert (Zalando SE) zwei erfahrene weibliche Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen über die Veränderungen in ihrem Unternehmensalltag durch Digitalisierung und Home-Office.

Anforderungen an Führung ändern sich gewaltig

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Bedeutung von Homeoffice extrem gewachsen. Digitale Workflows und neue Kommunikationswege beeinflussen das Miteinander in Betrieben und die Anforderungen an Führungskräfte.

Doch wie gelingen Zusammenarbeit und Führung ohne »Face-to-Face«-Kontakte? Über welche Kompetenzen sollten Führungskräfte für eine gelungene digitale Führung verfügen? Wie haben Führungskräfte die Corona-Zeit erlebt und wie ist ihnen die Umstellung auf Home-Office und neue Wege der Kommunikation gelungen?

Der Online-Workshop „Einsam gemeinsam zum Erfolg. Führung auf virtuellen Plattformen“ beleuchtete diese Fragen. Mehr als 40 Teilnehmende tauschten sich mit den Führungskräften Gabriele Kroll und Maike Kunert über ihre Erfahrungen aus.

Zwischen Infrastruktur und Fingerspitzengefühl

Gabriele Kroll ist Bereichsleiterin Personal bei der Sparkasse Dortmund. Die Anforderungen an die Sicherheit von Technik und Infrastruktur für das Arbeiten im Home-Office sind bei Banken enorm. Als im März der erste Lockdown kam und die Hälfte der Belegschaft zu Hause blieb, musste zunächst die passende Hardware sichergestellt werden. Das bescherte Gabriele Kroll immense organisatorische Aufgaben. Fortan musste sie die gesamte Kommunikation mehrgleisig über Telefonkonferenzen und virtuellen Meetings organisieren. Vor allem die privaten und persönlichen Aspekte des Austausches verlangten ihr dabei immer wieder besonderes Fingerspitzengefühl ab.

Großer Aufwand für die Organisation von Kommunikation

Maike Kunert ist Portfolio- und Projektmanagerin bei Zalando SE. Seit Februar war sie in Quarantäne und durfte nicht mehr ins Büro. Bei einem IT-Unternehmen gab es zwar keine Infrastrukturprobleme, dennoch hat sich der Arbeitsalltag verändert: „Wir wenden nun einen deutlich höherer Arbeitsanteil für Videokonferenzen und die Organisation von Kommunikation auf. Das ist wesentlich anstrengender als im Präsenzbetrieb, vor allem wenn wir mehrere Meetings hintereinander haben.“

Skills für digitales Arbeiten

Wie gelingt die digitale Zusammenarbeit? Welche Skills müssen Beschäftigte mitbringen? Was wird von Führungskräften verlangt? Welche Chancen und welche Herausforderungen bringt digitales Arbeiten und Führen mit sich? In Kleingruppen tauschten sich die Workshop-Teilnehmenden 15 Minuten lang aus und sammelten die wichtigsten Punkte:

Chancen

  • Zeitautonomie
  • Familienfreundlichkeit
  • Kombination von Arbeitsformaten
  • Konzentration und Vertrauen
  • Lernen neuer Techniken
  • Optimierung interner Prozesse
  • Neue Entwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten
  • Besseres Kennenlernen durch ortsübergreifende Meetings
  • Überdenken alter Strukturen – Entwicklung von Neuem
  • Vertrauen seitens der Führungskraft
  • Chancengleichheit

Herausforderungen

  • Mehr Kontrolle erforderlich
  • Anstrengende Technik
  • Klare Regeln und Absprachen im Team
  • Erreichbarkeit festlegen
  • Informationsfluss sicherstellen
  • Optimierung der teamübergreifenden Kommunikation
  • Abgrenzung Arbeitszeit-Freizeit, Achtsamkeit, Selbstführung lernen
  • Fehlende Körpersprache
  • Enge Taktung der Meetings
  • Einarbeitungsprozesse müssen neu strukturiert werden

Von Familienfreundlichkeit über die Schwierigkeit der Kontrolle bis zum Erproben neuer Strukturen wurden spannenden Aspekte angesprochen. Deutlich wurde, dass im Home-Office vor allem die informelle Kommunikation zu kurz kommt. Daher haben einige Unternehmen bereits „Virtuelle Kaffeepausen“ eingeführt.

Wunsch nach Austausch und Beziehungen

Sowohl die Workshop-Teilnehmenden als auch die beiden Führungskräfte Kroll und Kuhnert waren sich bei den Hauptanforderungen an digitale Führungskräfte einig: Die Bedeutung von Austausch und der Wunsch nach Beziehungen spielt innerhalb des Teams wie auch mit Blick auf die Führung eine wichtige Rolle.  

Sie alle nannten den Aufbau eines Klimas von Vertrauen, die Beziehungsgestaltung sowie eine transparente Kommunikation neben der Fähigkeit, persönliche Kontakte aufzubauen und zu erhalten als zentrale Anforderung an Führungskräfte.

Erst danach wurde die eindeutige und nicht-interpretierbare Klärung der Teamaufgaben und der einzelnen Rollen im Team, die Schaffung von Teamnormen und Teamregeln sowie die Schaffung einer Plattform zum Austausch und gemeinsamen Arbeiten genannt.

Rundum zufrieden

Prall gefüllt waren die 90 Minuten Online-Workshop, die Referentin Petra Sofia Hübers auf die Beine gestellt hatte. Die Teilnehmerinnen waren hochzufrieden und lobten die gute technische Realisation sowie den intensiven Austausch in den Kleingruppen. Dazu Garbiele Kroll: „Das war wirklich eine runde Sache! Was ich richtig gut fand: Es war keine einfache Videokonferenz, sondern ein kurzweiliger Mix aus verschiedenen Formaten, in die man sich selber einbringen konnte. Auch die 15 Minuten zufälligen Zusammentreffens mit Menschen, die man bislang nicht kannte, waren wirklich bereichernd und gut.“

Mit ‚Führung – Status – Wording‘ geht es weiter

Hochzufrieden waren daher auch die Veranstalterinnen des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet. Am 09.12.2020 geht es weiter in der Reihe „Führung goes digital“. Ein wenig provokant wird gefragt, wer denn die Spülmaschine im Betrieb ausräumt? Hier geht es um die Frage, ob und wie statusgerechtes Verhalten und Sprechweisen Frauen auf dem Weg zur Führung unterstützen oder behindern können.

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet sieht eine seiner Kernaufgaben darin, mehr Frauen den Weg in Führungspositionen zu ebnen. Auch viele kleine und mittlere Unternehmen möchten, dass ihre weiblichen Fachkräfte Führungsverantwortung übernehmen. Doch oft finden sie nicht die Frauen, die sich das zutrauen. Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die gerne aufsteigen möchten, aber in ihren Unternehmen nicht die entsprechenden Chancen entdecken. Daher bietet das Kompetenzzentrum Veranstaltungen, um zum einen auf die Besonderheiten von weiblicher Führung einzugehen und zum anderen Frauen wie Personalverantwortliche zu ermuntern, mehr Frauen in die Chefsessel zu bringen.

Zusatzinformationen:

Kontaktdaten:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet

Träger:
Wirtschaftsförderung Dortmund im Verbund mit der Wirtschaftsförderungs- gesellschaft für den Kreis Unna mbH

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